Web

 

Hoffnung für Asia Global Crossing

03.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der angeschlagene Carrier Asia Global Crossing hat bis zum Fristablauf am vergangenen Freitag mindestens zwei Kaufangebote von Investoren erhalten. Damit besteht eine gute Chance, dass die Gläubiger des angeschlagenen Unternehmens zumindest einen Teil ihres Geldes zurückbekommen können. Eine Sprecherin des kaufmännisch auf den Bermudas ansässigen Konzerns wollte aus rechtlichen Gründen keine Details zu den Bietern und Offerten bekannt geben. Als potenzielle Interessenten werden jedoch die beiden Carrier China Netcom und die Hongkonger Purple Communications gehandelt. Nach einem Bericht des "Wallstreet Journal" ist es aber durchaus möglich, dass noch andere Firmen ein Angebot für die asiatische Tochter von Global Crossing abgegeben haben. Allerdings hätte es laut Informationen aus Unternehmenskreisen in der vergangenen Woche keine Anfragen für eine detaillierte

Überprüfung (Due Diligence) des Unternehmens gegeben.

Asia Global Crossing selbst hatte am Montag vergangener Woche verkündet, dass es mehrere Angebote für eine Restrukturierung der Schulden- und Aktienstruktur erhalten habe. Diese würden nun verglichen und danach dem Vorstand präsentiert. Eine Unternehmenssprecherin erklärte, es könnten Wochen vergehen, bis man zu einem Ergebnis kommt.

Asia Global Crossing war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem der mit 59 Prozent beteiligte Hauptaktionär Global Crossing im Dezember vergangenen Jahres eine Kreditlinie in Höhe von über 400 Millionen Dollar gekündigt hatte. Einen Monat später meldete die Konzernmutter Insolvenz an. Asia Global Crossing ist mit über 1,1 Milliarden Dollar verschuldet; der Carrier hat ein Unterseekabelnetz errichtet, das sieben asiatische Länder und die Westküste der USA miteinander verknüpft.

Trotz der laufenden Umstrukturierung und der anhaltenden Unsicherheit über den Fortbestand des Unternehmens verbuchte Asia Global Crossing im ersten Quartal 2002 nur einen leichten Umsatzrückgang. Im Vergleich zum vorangegangenen vierten Quartal 2001 sanken die Einnahmen um rund vier Prozent auf 44,7 Millionen Dollar. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte der Umsatz nur 16,7 Millionen Dollar betragen (mb)