Book Settlement

Hoffmann und Campe erwartet Vorschläge von Google

17.11.2009
In der Auseinandersetzung um die Digitalisierung von Büchern durch Google erwartet der Verlag Hoffmann und Campe jetzt Vorschläge des US-Unternehmens.
Die Google-Buchsuche
Die Google-Buchsuche

Google müsse nach der Vorlage einer abgeschwächten Version der Vereinbarung zur Digitalisierung von Büchern für das Internet auf die deutschen Verlage zugehen und sagen, wie es nun weitergehen soll, sagte der verlegerische Geschäftsführer von Hoffmann und Campe, Günter Berg, am Montag im Deutschlandradio Kultur.

Nach monatelangen Verhandlungen hatten sich Google und US-Verleger darauf geeinigt, den Geltungsbereich der Vereinbarung auf Bücher zu beschränken, die urheberrechtlich in den USA regstriert oder in Kanada, Großbritannien und Australien verlegt sind. Damit wären mehr als 95 Prozent der Bücher, die in Deutschland oder anderen Ländern außerhalb dieses Geltungsbereiches verlegt wurden, nicht mehr Bestandteil des "Google Book Settlement".

"Warum nicht gleich so?", fragte Helga Trüpel, Vizepräsidentin des Kulturausschusses im Europaparlament. "Der neue Vergleich beschränkt sich nun auf Länder mit einer gemeinsamen Rechtstradition." Google müsse nun neue Modelle mit europäischen und deutschen Urhebern finden.

"Wenn der Suchmaschinenbetreiber vor dem ursprünglichen 'Google Book Settlement' nur einmal mit den deutschen Verlagen geredet hätte, hätte es den Zirkus der letzten Monate nicht geben müssen", sagte Berg im Deutschlandradio Kultur. Die Verlage seien uncharmant behandelt worden, ein starkes Buchland wie Deutschland hätte in die Verhandlungen zu der Vereinbarung einbezogen werden müssen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte skeptisch auf die neue Vereinbarung reagiert. Es sei nun zu befürchten, dass Europa, mit Ausnahme von Großbritannien, von der Buch-Digitalisierung abgeschnitten werde. (dpa/tc)