Enterprise Support

Höhere ERP-Wartungskosten bringen SAP-Kunden auf die Palme

17.07.2008 | von Frank Niemann
Mit Gunther Reinhard, Mitglied des Vorstands der Deutschen Anwendergruppe und Sprecher des Arbeitskreises "SAP im Mittelstand" sprach die COMPUTERWOCHE über die neuen Wartungskonditionen. Er ist Hauptberuf IT-Manager bei der AMI DODUCO GmbH in Pforzheim und gar nicht glücklich über die Strategie des ERP-Anbieters.

CW: SAP erhöht die Wartungsgebühren und trifft damit insbesondere den Mittelstand. Wie steht die DSAG dazu?

Reinhard: Wir können nicht nachvollziehen, wo die Leistungen für den mittelständischen Kunden zu finden sind. Ich bin selbst bei einem Unternehmen aus dem Mittelstand. Hätte ich Bedarf an den Angeboten gehabt, hätte ich sie bereits seit zwei Jahren, denn die Supportdienste gab es vorher schon optional.

CW: Wieso schont SAP die Großkunden?

Reinhard: Die großen Firmen haben eine andere Verhandlungsposition. Als IT-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen kann ich den Fachabteilungen, auf die die Kosten für das SAP-System umgelegt werden, nur schwer vermitteln, warum sie nun mehr zahlen müssen, ohne das sich Prozesse verbessern oder beschleunigen.

CW: Welche Support-Services nutzen Sie im Unternehmen?

Reinhard: Hin und wieder setzen wir eine OSS-Meldung (OSS = Online Service System) ab. Das sind vielleicht 40 bis 50 Meldungen pro Jahr. Bei einem Release-Wechsel benötigen wir schon mal den SAP-Services "Earlywatch" beziehungsweise einen "Going-Live-Check". Die Monitoring-Services, die SAP nun mit Enterprise Support einführt, sind für unsere Umgebung aber nicht erforderlich.

Wir haben, wie viele andere SAP-Nutzer aus dem Mittelstand, R/3 erworben und später SAP BW angeschafft. Von einer komplexen Umgebung kann da kaum die Rede sein.

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