Im Börsenrückblick

Höchststrafe für Red Hat

28.09.2006
Börsenrückblick Red Hat
Börsenrückblick Red Hat

Wenn Unternehmen fast ein Viertel ihre Börsenwertes an nur einem Tag verlieren, deutet dies in der Regel auf strukturelle Probleme hin. Beim Linux-Dienstleister Red Hat tut man sich indes schwer, diese zu entdecken. Zwar fiel die Umsatzprognose für das laufende Quartal schlechter als erwartet aus, allerdings lediglich um rund zwei Prozent. Auch war der Gewinn im jüngsten Berichtszeitraum (Ende: 31. August) von 18 Millionen auf zwölf Millionen Dollar geschrumpft, lag aber immer noch im oberen Bereich der Wallstreet-Erwartungen. Die Einnahmen stiegen um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr von 65,7 Millionen auf 99,7 Millionen Dollar. Hier waren die Ziele der Analysten leicht übertroffen worden. Ohne die Übernahme von Jboss wären die Umsätze um 41 Prozent gewachsen.

In der Folge senkten mehrere Investmentgesellschaften ihre Kursziele für die Red-Hat-Aktie; kritisiert wurden schrumpfende Orderbücher, der schwache freie Cash-Flow und die stark gestiegenen operativen Kosten. Das Unternehmen begründete letzteres mit Aufwendungen für die Fortbildung der Mitarbeiter im Bereich Jboss. Das laufende Quartal wird zeigen, ob Red Hat ein strukturelles Problem oder nur eine Verschnaufpause eingelegt hat. (ajf)