Jahresbericht 2007

Höchststand bei Verstößen gegen den Jugendschutz im Internet

27.08.2008
Filme von Hinrichtungen, frei zugängliche Pornos oder rechtsradikale Beiträge: Die zentrale Kontrollstelle für den Jugendschutz im Internet hat eindringlich einen besseren Schutz für Kinder und Jugendliche im weltweiten Netz angemahnt.

Im vergangenen Jahr habe die Kontrollstelle einen neuen Höchststand bei Verstößen gegen den Jugendschutz registriert, teilte jugendschutz.net am Mittwoch in Mainz bei der Vorstellung des Jahresberichts mit. Insgesamt seien 2883 Verstöße erfasst worden. Das entspreche einem Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2006. Dabei handelte es sich vor allem um pornografische Seiten und rechtsextreme Propaganda.

Doch nicht nur einschlägige Seiten gefährden aus Sicht der Experten Kinder und Jugendliche. Auch Online-Netzwerke wie etwa SchülerVZ, Facebook oder YouTube seien nicht ungefährlich. Kinder und Jugendliche seien von dieser Form des Mitmach-Internets fasziniert. Die Preisgabe eigener Daten berge Gefahren, vor allem seien die interaktiven Seiten eine Herausforderung für den Jugendschutz, da unzählige Teilnehmer eigene Inhalte auf diesen Seiten veröffentlichen könnten.

Die Kontrollstelle setze auf die Zusammenarbeit mit den Anbietern. So seien drei von vier Verstößen nach einem Hinweis beseitigt worden, ohne dass Aufsichtsbehörden eingreifen mussten. jugendschutz.net war 1997 von den Jugendministerien der Länder gegründet worden und ist an die Kommission für Jugendmedienschutz als Internetaufsicht angebunden. 2007 bearbeitete das Team 9200 Beschwerden und Anfragen (plus 22 Prozent) und überprüfte 7164 Websites (plus 32 Prozent). Regelmäßig werden die 65 wichtigsten Chats und Communities beobachtet. (dpa/tc)