Weg vom Kistenschieber-Image

Hitachi Data Systems positioniert sich neu

Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Coach (SE) in München.
Heutige Techniken der Datenspeicherung genügen künftigen Anforderungen an die Datenhaltung nicht mehr, glauben die Verantwortlichen von Hitachi Data Systems und wollen sich neu als Content-Manager im Storage-Markt positionieren.

Michael Heitz, frischgebackener Geschäftsführer der deutschen HDS-Niederlassung, forderte in seiner Eröffnungsrede auf einer Veranstaltung des Unternehmens in Mainz die „Transformation des Rechenzentrums in ein Information Center“. Denn in Zukunft würden IT-Verantwortliche in den Unternehmen von immer größeren Datenbergen überrollt werden. Die müssten analysiert, sortiert und nutzbar gemacht werden. Eine Mammutaufgabe, für die es sich beizeiten zu rüsten gelte, mahnen die HDS-Verantwortlichen.

Glaubt man Analysten, stehen wir erst am Anfang der Datenflut. Prognosen von IDC zufolge wächst die gespeicherte Datenmenge von 988 Exabyte im Jahr 2010 auf 9424 Exabyte 2015. Fünf Jahre später werden bereits 89.899 Exabyte Daten anfallen, und 2025 gilt es, 857.535 Exabyte zu speichern.

Jack Domme, CEO Quelle_Hitachi Data Systems
Jack Domme, CEO Quelle_Hitachi Data Systems
Foto: Hitachi Data Systems

HDS-Chef Jack Domme reiste aus dem kalifornischen Hauptquartier in Santa Clara an, um Kunden und Partner auf dieses Morgen einzustellen. Er fordert, dass künftig statt den Speichern die Daten virtualisiert werden. Nur so sei die notwendige Datenmobilität zu erreichen. „Bislang haben die Anwendungsprogramme die Daten bewegt, aber die sind nicht auf die riesigen Volumina ausgelegt, die in Zukunft anfallen werden“, beschreibt Domme im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE das Szenario und fordert deshalb, die Daten müssten von den Applikationen getrennt werden.

Sei dies – mittels Virtualisierung – gelungen, dann könne im nächsten Schritt die „Information Cloud“ genutzt werden. Domme versteht darunter den Einsatz von Business-Intelligence- und heutigen Big-Data-Anwendungen bis hin zu Analyse- und Integrationswerkzeugen. Das führe zur „Content Cloud“, in der Inhalte on Demand bereitgestellt würden. Such- und Interpretationsvorgänge seien dann unabhängig von Applikationen und Speichermedien möglich. Die Datenarchivierung ließe sich etwa als eigenständiger Service buchen: „Die Daten werden die Applikationen überleben, auch wenn Formatänderungen im Speicherbereich ein Verlagern erfordern“, prognostiziert der CEO.