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Hinter den Kulissen von Kazaa

24.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach monatelangen Spekulationen gab es Firmenchefin Nikki Hemming jetzt zu. Die Zugangssoftware zur populären Online-Tauschbörse Kazaa zapft tatsächlich im Hintergrund Rechenkapazität von PCs der Nutzer ab. Diese Funktion war von Anwendern bislang als so genannte Spyware kritisiert worden. Die Rechnerleistung stellt der Betreiber Sharman Networks zur Finanzierung des Dienstes zahlenden Kunden zur Verfügung. Außerdem gebe es auch eine Gruppe von Investoren, die allerdings anonym bleiben wollen. Auf Probleme mit Urheberrechten von Film- und Musikkonzernen angesprochen, sagte Hemming, dass sich das Unternehmen auf Vanuatu, einer unabhängigen Inselgruppe im Südpazifik, niederlassen werde.

Die 35-jährige Hemming kam von Virgin Interactive zu Sharman Networks. Das australische Unternehmen kaufte im Januar die Rechte am Kazaa Media Desktop von der niederländischen Firma Kazaa BV, gegen die immer noch wegen Urheberrechtsverletzungen prozessiert wird. Obwohl australische Behörden ähnliche Verfahren gegen Sharman angekündigt hatten, musste die Company bislang nicht vor Gericht.

Die eigenen Rechte wiederum sieht Sharman durch das im April im Internet aufgetauchte "Kazaa Lite 1.6" verletzt. Findige Nutzer hatten darin die Spyware-Funktion deaktiviert und somit das Abzapfen von Rechnerkapazitäten unterbunden. (lex)