Michael Fehse x Eppendorf

Hidden Champion

Ina Hönicke ist freie Journalistin in München.
Vor Großunternehmen braucht sich die Hamburger Eppendorf AG nicht zu verstecken. CIO Michael Fehse schätzt die Vorteile des Mittelständlers.

Kurze Entscheidungswege, Gestaltungsfreiheit und eine international ausgerichtete Position wünschte sich Michael Fehse von seinem Arbeitgeber. Der 44-Jährige hat seine Entscheidung für die Hamburger Eppendorf AG mit ihren rund 1900 Mitarbeitern nicht bereut. Das Unternehmen gehört laut Fehse zu den "Hidden Champions": In der Öffentlichkeit wenig bekannt sind diese Firmen oft Markt- oder Technologieführer. Der CIO: "Im Segment Biotech/Laborausrüstung haben unsere Produkte vergleichbare Marktanteile wie weit bekannte Marken." Um die Zukunft zu sichern, hat sich das Unternehmen international aufgestellt. Dazu gehört eine eigene Niederlassung in China.

Für Fehse steht fest, dass Eppendorf aufgrund der Globalisierung mit derselben strukturellen Komplexität konfrontiert ist wie ein Großunternehmen. Dies schlage auf die IT durch und habe ihm eine Menge Kärrnerarbeit abverlangt. So sei die IT-Infrastruktur- und Anwendungslandschaft auf ein Niveau gehoben worden, das man aus seiner Sicht im vorderen Drittel der IT in Industrieunternehmen anzusiedeln habe. Angesichts dieser Anforderungen ist der IT-Chef stolz auf das bisher Erreichte: Die weltweite SAP-Einführung hat 2003 begonnen, und die IT-Infrastruktur ist so vereinheitlicht, dass die Mitarbeiter von jedem Standort der Erde aus über eine VPN-Lösung auf Files, Mails und Applikationen zugreifen können. Fehse: "Dazu war organisatorische Grundlagenarbeit erforderlich. Wir haben vereinheitlichte Produkt- und Kundenklassifizierungen etabliert sowie die Berichts- und Führungsmethoden harmonisiert." Kurzum: Eppendorf hat die IT bekommen, die ein "heimlicher Marktführer" braucht. n

Ina Hönicke