Kapazität rauf, TCO runter

HGST füllt Festplatten mit Helium

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Schon seit sechs mehr als Jahren arbeitet HGST daran, Festplatten mit Helium statt Luft zu füllen. Im kommenden Jahr soll die Produktreife erreicht sein.
Eine "Ultrastar 15K600" von HGST - noch ist da kein Helium drin...
Eine "Ultrastar 15K600" von HGST - noch ist da kein Helium drin...
Foto: HGST

Interessant ist Helium im HDD-Inneren vor allem deswegen, weil seine Dichte nur ein Siebtel derer von Luft beträgt. Dadurch sind die rotierenden Plattenstapel und die hin- und herflitzenden Schreib-Lese-Köpfe wesentlich geringeren Strömungseffekten ausgesetzt. Das Ergebnis: Der Motor kommt mit weniger Strom aus, die Platter lassen sich enger anordnen (sprich es passen mehr in das Gehäuse), die Datenspuren lassen sich noch enger zusammenrücken - und die Platte ist wegen geringerer Scherkräfte und effizienterer Wärmeleitung von Helium überdies noch kühler und leiser.

HGST stellt seine neue Plattform heute beim Investorentag der Firmenmutter Western Digital in Irvine vor. Eine mit Helium gefüllte Festplatte verbraucht demnach 23 Prozent weniger Energie als die gleiche mit Luft gefüllte. Rechnet man die Extrakapazität durch zwei zusätzliche Platter (macht dann insgesamt sieben im 3,5-Zoll-Gehäuse) hinzu, kommt die neue Technik auf 45 Prozent weniger Watt pro Terabyte Kapazität. Außerdem läuft die Helium-HDD vier Grad kühler, was die Kosten für Kühlung von Rack und RZ zusätzlich senkt.

Profitieren sollen von der neuen Festplatten-Generation vor allem Unternehmens-, Cloud- und Big-Data-Kunden. Erste Festplatten mit Heliumfüllung - die auch auf Tape Replacement und neue Speichermodelle wie "Cold Storage" (= irgendwo zwischen Produktions- und langzeitarchivierten Daten) abzielen - peilt HGST ab Mitte 2013 an. Dann will der Hersteller auch die genauen Kapazitäten und die Produktspezifikation mitteilen.

"Die Vorteile des HDD-Betriebs mit einer Heliumfüllung sind seit langem bekannt. Springender Punkt ist das Produkt- und Prozess-Design, mit dem das Helium im Rahmen der Massenproduktion kostengünstig im Festplattengehäuse versiegelt wird", erläutert Steve Campbell, Chief Technology Office bei HGST. Wir erinnern uns: HGST (einst Hitachi Global Storage Technologies) hatte vor Jahren die Festplattentechnik der IBM übernommen und ist im Zuge der anhaltenden Konsolidierung in der Branche mittlerweile selbst ein Tochterunternehmen von Western Digital (WD). Die 2003 gegründete Company hat ihren Hauptsitz in San Jose, Kalifornien.