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Hexal-Gründer investieren in Conergy

21.02.2008
Von pte pte
Zwei neue Investoren kommen dem angeschlagenen Solarkonzern Conergy http://www.conergy.de zu Hilfe. Die Milliardäre und Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann hätten zugesagt, 25 Prozent der geplanten Kapitalerhöhung in Höhe von 250 Mio. Euro zu übernehmen, teilt Conergy-Vorstandschef Dieter Ammer im Interview mit der Financial Times Deutschland (FTD) mit. Die Conergy-Aktie erhielt durch die Meldung neuen Aufwind und legte in den Vormittagsstunden zeitweise um mehr als 19 Prozent zu. "Der heutige Kursgewinn ist übertrieben. Der Einstieg der zwei Investoren erzeugt zwar kurzfristig einen positiven News-flow, sagt jedoch noch nichts über die weitere Umsetzung des Restrukturierungsprogramms aus", meint dagegen Karsten von Blumenthal, Analyst bei SES Research, im Gespräch mit pressetext.

Auch der vor zwei Tagen bekannt gegebene Verkauf der Thermie-Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden sei nur Teil des bereits angekündigten Restrukturierungsprogramms und daher nicht überzubewerten, so Blumenthal. SES Research hält demnach an einem Kursziel von 9,50 Euro fest und empfiehlt weiterhin, die Aktie zu verkaufen. Nachdem das Conergy-Papier in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren hatte, stieg der Kurs in den Vormittagsstunden deutlich an. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (12:00 Uhr) notierte die Aktie mit einem Plus von 19,10 Prozent bei 16,90 Euro.

Die zwei neuen Investoren beteiligen sich laut FTD über ihre Vermögensverwaltung Athos an Conergy, der Kontakt kam über Vorstandschef Ammer zustande. Das Brüderpaar wurde unter anderem als Gründer des Arzneimittelunternehmens Hexal bekannt. Heute sind Andreas und Thomas Strüngmann über die Familien-Holding Santo an Unternehmen in verschiedenen Branchen beteiligt. Erst im September 2007 sicherten sie sich eine 25-prozentige Beteiligung am e-Health-Unternehmen InterComponentWare, im November folgte eine Beteiligung am Immobilienkonzern IVG, an dem die Investoren nun knapp elf Prozent halten.

Conergy hatte bereits Anfang Februar sein Finanzpaket für die Neuausrichtung des Konzerns bekannt gegeben (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080206022 ). Demnach plant das Unternehmen 2008 eine Kapitalerhöhung von rund 250 Mio. Euro, mit der vor allem die im Februar gewährte Zwischenfinanzierung in Höhe von 240 Mio. Euro zurückgezahlt werden soll. Conergy-Aktionär und Milliardär Otto Happel hatte diesbezüglich bereits zugesichert, sich mit 25 Prozent der Kapitalerhöhung zu beteiligen. Laut Ammer soll die Kapitalerhöhung frühestens im Mai erfolgen. "Auf operativer Ebene wird es für Conergy in den kommenden Monaten nach wie vor schwierig werden. Wichtig ist, dass das Unternehmen nun weiterhin liquide bleibt", so Blumenthal. Die Neuausrichtung sei zwar grundsätzlich richtig angelegt, bis wann sie umgesetzt werden kann, sei derzeit aber noch zu ungewiss. Conergy selbst kündigte erst für 2009 ein positives operatives EBIT an. Der Solarkonzern will sich künftig auf sein Kerngeschäft Photovoltaik konzentrieren und sich zugleich von seinen Biomasse- und Solarthermie-Aktivitäten trennen. Mit erstem Januar 2008 wurde zudem eine Holding mit drei eigenständigen Sparten eingerichtet. (pte)