HP Discover 2012

Hewlett-Packard wirft EMC den Fehdehandschuh hin

Jan-Bernd Meyer
Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE - darunter das jährlich erscheinende Magazin Top 100, das einen detaillierten Marktüberblick über alle relevanten B2B-Bereiche der IT gibt. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
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HP stellte sich auf seiner Kundenkonferenz "HP Discover" in Frankfurt im Storage-Segment neu auf, nutzte endlich Technologie, die es mit der Akquisition von 3PAR erwarb - und warf bei der Gelegenheit auch gleich Speichermarktführer EMC den Fehdehandschuh hin.

Mit "3Par Storeserv" kündigte es ein Speichersystem für den Mittelstand an, das die Hochverfügbarkeit und den Funktionsumfang der 3PAR-Plattform nutzt. Außerdem hat HP drei neue Speicherlösungen vorgestellt: "HP StoreAll Storage" ist eine skalierbare Plattform für unstrukturierte Daten im Bereich Datenhaltung (Data Repository) und Archiv.

Mit den beiden Systemen "HP StoreOnce 2000" und "4000 Backup" bietet HP nun außerdem erstmals die "Catalyst"-Software in "StoreOnce"-Lösungen für den Mittelstand. All diese Speicher sind Teil von HPs Strategie "Converged Storage".

"Anbieter herkömmlicher Speicherarchitekturen sind nicht in der Lage, Unternehmen dabei zu helfen, auf neue Arbeitslasten zu reagieren - und neue Funktionen in alte Architekturen zu integrieren hat zu einem Alptraum geführt", sagte David Scott, Senior Vice President und General Manager, Storage Division, HP. Sein Verweis galt EMC. Während dieses Unternehmen durch diverse Plattformen auffalle, biete HP ein neues Speicher-Konzept, das eine einheitliche System-Architektur für Block-, Object- und File-Anwendungen in verschiedenen Formen und Größen für kleine, mittlere und große Unternehmen ermöglicht. Scott prägte dafür den Begriff der "polimorphic simplicity", welchen Ansatz HP verfolge.

3PAR StoreServ 7000

Die neuen StoreServ-Systeme von HP.
Die neuen StoreServ-Systeme von HP.
Foto: Hewlett Packard

Dieses Vier-Controller-System auf Grundlage der 3PAR-Plattform bietet die Hochverfügbarkeit und Service-Qualität von Tier-1-Systemen zum Preis eines Midrange-Systems ab 20.000 Euro. Die StoreServ-Systeme unterstützen Block- und File-Services sowie konventionelle Festplatten und SSDs. In der SSD-Konfiguration ermöglicht das System bis zu 320.000 IOPS (Input/Output Operations per Second). Das ist 2,4-mal mehr als das schnellste Wettbewerbs-Array. Geeignet sei das System insbesondere für Anwendungen, die eine sehr geringe Reaktionszeit oder Latenz benötigen - beispielsweise Datenbanken. Außerdem nutzt das System eine Reihe an nativ implementierten Thin-Technologien, zum Beispiel automatische Thin-Reglemation und Thin-Provisioning. Damit würde HP die Brutto-Kapazitätsanforderungen um bis zu 50 Prozent senken. Das garantiert HP mit dem Vertriebsprogramm "Get Thin Guarantee". Die Lösung "3PAR SmartStart" wüprde zudem die Installation auf fünf Schritte und wenige Minuten reduzieren.

EVA-Anwender können migrieren

Anwender der noch aus Digital-Equipment-Zeiten stammenden EVA-Systemen können die neue Software "3PAR Online Import" nutzen, um Daten von EVA- auf 3PAR StoreServ zu verschieben.

HP StoreAll Storage

Diese hochskalierbare Plattform bietet Platz für bis zu 16 Petabyte (PB) Daten. HP StoreAll Storage unterstützt Milliarden Objekte und Daten in einem Namensraum ("single namespace"). So können ohne zusätzlichen Administrationsaufwand Big-Data-Archive und Cloud-Speicher auf einer Plattform bereitgestellt werden. Das System beinhaltet auch die Datenbank-Technologie für Metadaten "StoreAll Express Query". Sie beschleunigt die Dateifindung und die Analyse gegenüber konventionellen Suchmethoden angeblich um das 100.000-fache. Dadurch können Kunden Petabyte an Daten innerhalb von Sekunden oder Minuten anstelle von Stunden oder Tagen durchsuchen. Ein Connector ermöglicht die Verknüpfung mit der HP-Datenanalyse-Engine "Autonomy Intelligent Data Operating Layer (IDOL). Das beschleunigt die Verarbeitung von dynamischen Inhalten über große Datensätze hinweg. StoreAll Storage ist vorkonfiguriert und lässt sich dadurch innerhalb von zehn Minuten in Betrieb nehmen.

StoreOnce 2000 Backup/StoreOnce 4000 Backup

Mit diesen beiden neuen Modellen weitet HP das bestehende StoreOnce-Portfolio mit Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen aus. Beide Systeme arbeiten mit der Software "StoreOnce Catalyst". Sie realisieren Backups bis zu zweimal schneller und bis zu 35 Prozent günstiger als das leistungsfähigste Wettbewerbssystem - wieder ein Seitenhieb auf EMC.

HP hatte HP StoreOnce Catalyst im Juni für die StoreOnce-6000er-Serie vorgestellt. Mit der Software bietet HP einen durchgängigen Deduplizierungsalgorithmus vom Client über Anwendungs- oder Backupserver in Außenstellen bis zum zentralen Rechenzentrum. Um Daten schnell wiederherstellen zu können, speichert die Software lokale Kopien der Backups. Dafür ist keine zusätzliche Hardware nötig. Die Software ermöglicht einen Durchsatz von bis zu 100 Terabyte (TB) pro Stunde und eine zentrale Verwaltung.

Preise und Verfügbarkeit

Die Preise für das Speichersystem 3PAR StoreServ 7200 beginnen bei 20.000 Euro. Das für vier Controller ausgelegte System 3PAR StoreServ 74 beginnt bei 32.000 Euro. Beide Systeme sind ab dem 14. Dezember 2012 über HP und Channel-Partner erhältlich.

StoreAll Storage ist vier Tage später weltweit erhältlich. Der Preis beginnt bei 0,91 Euro pro Gigabyte (GB). Der Preis umfasst alle Software-Funktionen wie Tiering, Snapshots, Continious Remote Replication, Express Query, WORM, Data Retention und Constant Validation.

Die Preise für StoreOnce 2000 und 4000 Backup beginnen bei 10.000 bzw. 25.000 Euro. StoreOnce 6200 Backup ist weltweit ab einem Listenpreis von 220.000 Euro erhältlich. Der StoreOnce Replication Manager ist ab sofort als kostenloser Download erhältlich.