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Hewlett-Packard startet Recycling-Service

18.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - HPs Firmenkunden können künftig in fast ganz Europa ausrangiertes IT-Equipment an den Hersteller zurückgeben. Damit erfüllt der Konzern die Auflagen der EU-weiten Elektronikschrottverordnung (Waste Electrical and Electronic Equipment: WEEE), wonach die Hersteller künftig für die Rücknahme und das Recycling verantwortlich sind (siehe: EU-Elektroschrottrichtlinie - Konzerne befürchten Chaos). Diese gilt für elektronische Geräte, die ab August 2005 gefertigt werden. Kunden können ihre Hardware an bestimmten Sammelstellen kostenlos abgeben. Der Transport der Geräte muss allerdings selbst organisiert werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, gegen eine Gebühr einen Recycling-Partner von HP damit zu beauftragen.

Die EU-Richtlinie ist seit dem 13. August dieses Jahres in Kraft. Allerdings haben es einige EU-Staaten bislang versäumt, die Verordnung in nationales Recht umzusetzen. HP bietet seinen Recycling-Service trotz dieser Verspätungen bereits EU-weit an. Zusätzlich können auch Kunden in Norwegen und der Schweiz die Dienstleistung nutzen.

Nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) produzieren etwa 38 Millionen Haushalte in Deutschland rund 1,1 Millionen Tonnen Elektroschrott pro Jahr. Nach eigenen Angaben entsorgt HP bereits heute rund 1800 Tonnen Altgeräte in seinen Recycling-Zentren. Bis zum Jahr 2007 soll die Kapazität auf 500 000 Tonnen ausgebaut werden. Im Rahmen seiner Recycling-Strategie kooperiert der IT-Konzern auf europäischer Ebene mit den Firmen Braun, Sony und Electrolux.

HP-Verantwortliche gehen davon aus, dass sich IT-Geräte durch die neue Verordnung im Schnitt um 0,5 bis einen Euro verteuern werden (siehe: Schrottverordnung verteuert Geräte). Insgesamt erwartet der Hersteller in Deutschland Mehrkosten in Höhe von 10 bis 30 Millionen Euro pro Jahr. (ba)