Gartner

Hewlett-Packard regiert weiter im Server-Markt

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Anzeige  Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat ihre Zahlen zum Server-Markt im dritten Quartal 2010 veröffentlicht.

Insgesamt wurden nach Gartner-Zählung im dritten Quartal 2010 2,19 Millionen Server verkauft, das sind 14,2 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Umsätze der Hersteller daraus stiegen mit 15,3 Prozent sogar noch stärker auf 12,29 Milliarden Dollar.

"Wie schon im ersten Halbjahr trieben vor allem x86-basierende Server den Markt, diese legten im dritten Quartal bei den Units um 14,9 Prozent und beim Umsatz um 29,5 Prozent zu", erläutert Jeffrey Hewitt, Research Vice President bei Gartner. "Ebenfalls früheren Trends folgend stiegen im x86-Segment die durchschnittlichen Systempreise aufgrund robusterer Konfigurationen zur Aufnahme von Virtualisierung. Die höheren Preise trieben über alle Regionen hinweg das Umsatz- über das Stückzahlenwachstum."

Hewitt zufolge gab es mit 9,9 Prozent auch ein signifikantes Umsatzplus im Bereich "andere" CPUs, in die primär Großrechner (Mainframes) fallen. Weiterhin bergab ging es indes für die UNIX-Server mit RISC- / Itanium-Prozessoren. Hier gingen die ausgelieferten Stückzahlen im Jahresvergleich um 10,1 Prozent und die Herstellererlöse um 9,5 Prozent zurück.

Bei den Formfaktoren gab es im dritten Quartal einen Unterschied gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 - der Trend geht offenbar jetzt verstärkt zu Rack-optimierten Maschinen (darunter zunehmend sogenannte "skinless"-Systeme), bei denen die Stückzahlen um 23,7 Prozent und die Erlöse sogar um 31,2 Prozent zulegten. Bei den zuvor trendigen Bladeservern stiegen die ausgelieferten Units hingegen "nur" noch um sieben Prozent, die Einnahmen immerhin noch um 26 Prozent.

Regional betrachtet gab es das größte Stückzahlenwachstum mit 28,3 Prozent in Lateinamerika, den größten Umsatzzuwachs hat Gartner mit 33,3 Prozent für Osteuropa ermittelt. In den USA stiegen die verkauften Server-Stückzahlen um 17 Prozent und die Einnahmen um 16,3 Prozent, primär getrieben von der Beschaffung für größere Rechenzentren. Das Wachstum in Westeuropa liegt mit 8,8 Prozent bei den Units und 5,7 Prozent beim Umsatz deutlich dahinter zurück.

Marktführer nach Umsatz war erneut Hewlett-Packard mit einem Umsatzplus von 22,5 Prozent auf 3,94 Milliarden Dollar. Mit 32,1 Prozent Marktanteil nach Umsatz verdrängt HP die IBM, die vor einem Jahr noch an der Spitze gelegen hatte. "Big Blue" steigerte seine Server-Erlöse gegenüber dem dritten Quartal 2009 nämlich "nur" um 9,9 Prozent auf 3,72 Milliarden Dollar und kam damit auf 30,2 Prozent Market Share. Von den Top 5 der Anbieter konnten bis auf Oracle (nach der Übernahme von Sun Microsystems) ihren Umsatz steigern.

Hewlett-Packard hat auch bei den ausgelieferten Stückzahlen die Nase vorn mit einem Plus von 16,2 Prozent auf 715.481 verkaufte Server (32,6 Prozent Marktanteil), dahinter laden Dell und IBM. Von den Top 5 nach Units konnte einzig NEC seine Verkäufe gegenüber dem Vorjahresquartal nicht steigern.