Hewlett-Packard Vertriebsmodell

Hewlett-Packard kopiert Bang & Olufsen

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Hewlett-Packard (HP) möchte seine Produkte attraktiver an den Mann bringen. Aus diesem Grund startet das Unternehmen einen Test mit Einkaufsinseln (Shop-in-Shop), um seine Hardware getrennt von der anderer Hersteller besser zur Geltung kommen zu lassen.

Wie Martin Kinne, der Chef der deutschen Personal Systems Group (PSG), vor der Presse sagte, werde dieses Verkaufs- und Marketingkonzept nicht nur in Deutschland, sondern in Europa gestartet.

Martin Kinne, Chef der deutschen Personal Systems Group von HP, erhofft sich vom Shop-in-Shop-Konzept eine gelungene Darstellung der HP-Produkte - und damit noch mehr Umsatz.
Martin Kinne, Chef der deutschen Personal Systems Group von HP, erhofft sich vom Shop-in-Shop-Konzept eine gelungene Darstellung der HP-Produkte - und damit noch mehr Umsatz.
Foto: Hewlett-Packard

Die Tests für das Shop-in-Shop-Modell starten jetzt auf dem alten Kontinent. Insgesamt, so Kinne, sei geplant, in Europa rund 120 dieser HP-Verkaufsstellen einzurichten. In Deutschland würden etwa zehn Prozent hiervon, als rund zwölf Läden, etabliert.

Die ersten Shop-in-Shop-Einkaufsinseln haben bei Saturn Köln, beim Media Markt in Sindelfingen und bei Cyberport Berlin ihren Betrieb aufgenommen. Der PSG-Chef zeigte sich von dem Cyberport-Auftritt ziemlich begeistert. Hier würden die Vorstellungen von HP, ihre Geräte in einem geeigneten Rahmen zu präsentieren, sehr gut umgesetzt. Ähnliche Konzepte haben Unterhaltungselektronikanbieter wie etwa Bang & Olufsen unter anderem bei Saturn Hansa ja schon seit Jahren verwirklicht.

Der Touchsmart-PC, der ab Anfang November 2008 auch in Deutschland erhältlich sein wird, entfaltet laut HP-Manager Martin Kinne seine Wirkung erst in der Live-Demonstration.
Der Touchsmart-PC, der ab Anfang November 2008 auch in Deutschland erhältlich sein wird, entfaltet laut HP-Manager Martin Kinne seine Wirkung erst in der Live-Demonstration.

Kinne sagte, mit dem Shop-in-Shop-Modell wolle man eine Möglichkeit schaffen, nicht im gedrängten Sammelsurium verschiedenster Anbieter von Hardware (egal, ob Drucker, Notebooks etc.) auf den Regalen unkenntlich zu werden. Insbesondere solle mit dem neuen Marketing- und Vertriebskonzept auch erreicht werden, die Leistungsfähigkeit bestimmter Produkte erschöpfend darzustellen. So bringe es etwa nichts, wenn HPs neuer "Touchsmart"-PC - eine All-in-One-Rechner-Variante mit einem berührungsempfindlichen Monitor - im ausgeschalteten Zustand neben Produkten anderer Hersteller lagere. Der Clou an diesem PC könne nur in einer Demonstration seiner Eigenschaften gezeigt werden.

Wenn die ersten Shop-in-Shop-Test positiv verlaufen, denke HP auch über eine Ausdehnung des Konzepts nach. Er könne sich auch vorstellen, dass es dann komplette Shops nur mit HP-Gerätschaft geben würde. (jm)