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Hewlett-Packard kanzelt Middleware-Partner Bea ab

20.02.2006
Auch wenn HP heftig dementiert: Die Aufnahme von Oracles Middleware Fusion in das SOA-Portfolio der Servicesparte ist für Bea ein (weiterer) Schlag ins Kontor.

Wie in der vergangenen Woche angekündigt, will der IT-Serviceriese Hewlett-Packard (HP) basierend auf Oracles Middleware Fusion und der eigenen System-Management-Software "Openview" SOA-basierende Dienstleistungen entwickeln und seine mehr als 6500 SOA-fähigen Servicekräfte und Berater auf Fusion schulen (siehe auch: "HP und Oracle besiegeln SOA-Partnerschaft"). Die neue Vereinbarung setzt neben den Oracle-Konkurrenten SAP und JBoss insbesondere Bea unter Druck. Dessen "Weblogic"-Software war bereits seit Mitte 2002 der Application Server der Wahl für HP, nachdem der Konzern damit gescheitert war, seinen eigenen Appserver ("Bluestone") erfolgreich im Markt zu positionieren. HP und Bea lieferten zusammen den vollständigsten Ansatz, um Web-basierende und Legacy-Anwendungen über verschiedene heterogene Systemumgebungen zu verbinden, verkündeten die beiden Partner damals. Um die fruchtbare Verbindung zu intensivieren, vereinbarte HP erst im März vergangenen Jahres mit Bea, dessen Weblogic-Plattform noch enger mit der eigenen System-Management-Plattform "Openview" zu verbinden.

Im Laufe der Zeit muss HP Services jedoch offenbar beschlossen haben, sich im Middleware-Umfeld breiter aufzustellen und auch Produkte von anderen Anbietern zu unterstützen. Wenngleich Beas Status als bevorzugter Middleware-Partner zumindest offiziell nie in Frage gestellt wurde, arbeitete das Unternehmen seitdem neben Oracle auch mit SAP, JBoss, Microsoft, Systinet, Webmethods und Tibco zusammen.

Inwieweit sich Beas Position nach der vertieften SOA-Partnerschaft mit Oracle nun verändert, wollte der Konzern nicht direkt beantworten. HP sei bemüht, seinen Kunden eine breite Auswahl von Lösungen im Bereich Middleware anzubieten, wich Terri Schoenrock, Program Director Enterprise Application Services bei HP, auf eine entsprechende Anfrage des Branchendienstes "Computerwire" aus. HPs Partnerschaften mit verschiedenen Middleware-Anbietern gewährleisteten den Anwendern dabei eine Wahlmöglichkeit und Flexibilität beim Aufbau einer Service-orientierter Architekturen, sei es auf Basis von J2EE oder .Net. (mb)