8,9 Milliarden Dollar

Hewlett-Packard erleidet Megaverlust

23.08.2012
Eine gigantische Abschreibung, rückläufige PC-Verkäufe und hohe Kosten für den Konzernumbau haben beim weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard zu tiefroten Zahlen geführt.
CEO Meg Whitman sieht HP erst ganz am Anfang einer tiefgreifenden Transformation.
CEO Meg Whitman sieht HP erst ganz am Anfang einer tiefgreifenden Transformation.
Foto: Meg Whitman

Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juli) verlor der Konzern unter dem Strich 8,9 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 7,1 Millarden Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte Hewlett-Packard noch 1,9 Milliarden Dollar verdient. HP hatte bereits vor dem Verlust gewarnt.

"HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird", sagte Konzernchefin Meg Whitman am Mittwoch. Das Unternehmen leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen PCs sparen. Erschwerend hinzu kamen in der jüngeren Vergangenheit Querelen und konfuse Entscheidungen im Management.

Seit einem knappen Jahr steht nun die frühere Ebay -Lenkerin Whitman an der Spitze und versucht aufzuräumen. 27.000 Leute müssen beim Umbau des Konzerns gehen. 4000 Stellen wurden laut Whitman bereits im vergangenen Quartal gestrichen; bis Oktober sollen es bereits 11.500 sein. Der Stellenabbau, der dem Konzern Kosten sparen soll, schreitet damit schneller voran als gedacht.

"Dass der PC-Markt schwach ist steht außer Frage", sagte Whitman in einem Interview. Der HP-Umsatz in der PC-Sparte ging im abgelaufenen Quartal gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um zehn Prozent zurück. Am Vortag hatte bereits Dell enttäuschende Zahlen vorgelegt; bei den Texanern sanken die PC-Umsätze sogar um 14 Prozent. HP leidet zusätzlich darunter, dass die Verbaucher auch zunehmend weniger Drucker kaufen. Finanzchefin Cathie Lesjak räumte in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen ein, dass zuletzt 17 Prozent weniger Drucker verkauft wurden als vor Jahresfrist. Im Consumer-Bereich war das Printer-Geschäft, das HP mit der PC-Sparte zusammenlegen will, mit 23 Prozent sogar noch stärker rückläufig.

Der Umsatz fiel zuletzt um fünf Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar. Einzig das Software-Geschäft konnte zulegen. Weltweit steht HP nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner nur noch knapp an der Spitze der PC-Hersteller, dicht gefolgt vom chinesischen Aufsteiger Lenovo. In Deutschland hat der US-Konzern die Führungsposition bereits verloren und ist auf Rang drei hinter Acer und Lenovo zurückgefallen. Angesichts der schweren Lage nahm das Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück. (dpa/tc)