Arbeitskreis soll Möglichkeiten und Bedarf ermitteln:

Hessen kündigt Telekommunikationsplan an

24.05.1985

WIESBADEN (CW) - Dem Beispiel Nordrhein-Westfalens folgend, will jetzt auch Hessen einen "Telekommunikationsentwicklungsplan" erstellen. Das kündigte der Hessische Wirtschaftsminister Ulrich Steger vor Vertretern der Industrie- und Handelskammer in Wiesbaden an.

Untersucht werden soll zum Beispiel, inwieweit das Konzept der Bundespost zur Weiterentwicklung der Fernmelde-Infrastruktur den hessischen Bedürfnissen Rechnung trägt. Obwohl, wie Steger betonte, für den Auf- und Ausbau der Netze allein die Post zuständig sei, wollte Hessen Wünsche und- Forderungen zum Ausbau der Telekommunikationswege konkret formulieren, um nicht neue regionale Ungleichgewichte entstehen zu lassen.

Dieser "Telekommunikationsentwicklungsplan" wird nach den Worten des Wirtschaftsministers in drei Stunden erstellt. Bis Mitte Juni legt die Oberpostdirektion Frankfurt eine Studie vor, aus der sich zum einen der Bestand der vorhandenen Fernmeldenetze sowie der möglichen Dienst- und Leistungsmerkmale ergibt; zum anderen werden darin die künftigen Angebote, wie sie von der Bundespost geplant sind, enthalten sein.

Parallel dazu wurde die Frankfurter Gesellschaft für Information und Dokumentation (GID) beauftragt, den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Bis Ende August sollen dazu rund 2000 mögliche Anwender aus verschiedenen Bereichen befragt werden. Steger will so die Diskussion um den Ausbau des Telekommunikationsangebotes von der Frage des "Ob" zur Frage des "Wo, wann, wie und wieviel" überleiten.

Auf den beiden Studien aufbauend wird sich der neugebildete Arbeitskreis mit der Thematik befassen. Mitglieder dieses Gremiums sind neben Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaft und kommunalen Verbände auch die Gewerkschaften und der Hessischen Datenschutzbeauftragte. Der dort erstellte Bericht dient dann der Landesregierung als Grundlage für ihr Konzept zum Ausbau der Telekommunikation.