US-Studie soll Entscheidungshilfen gegeben:

Hersteller loten den Unix-Markt aus

01.09.1989

MENLO PARK (IDG) - Bei Herstellern wie Anwendern wird die Entscheidung für oder gegen Unix immer dringlicher. Doch es mangelt an Informationen über die tatsächliche Marktsituation dieses Betriebssystems. Eine Reihe von Unternehmen hat daher in den USA eine Studie in Auftrag gegeben, von der sie sich Entscheidungshilfen versprechen.

"Die Ergebnisse werden den Unix-Markt verändern", nimmt Don Tapscott, Managing Director der US-amerikanischen DMR Group Inc", Boston, die Wirkung der Untersuchung vorweg, mit der sein Unternehmen betraut wurde. So wollen die Hersteller auf Grund der Studie festlegen, ob die Zusammenarbeit von Unix-Systemen mit IBM-Großrechnern, dem OS/2-Betriebssystem sowie mit Macintosh- und VMS-Umgebungen möglich und von den Kosten her sinnvon erscheint.

Zu den Initiatoren der Untersuchung gehören neben den drei Unix-Organisationen X/Open, Open Software Foundation und Unix International Unternehmen wie AT&T, Digital Equipment, IBM, Hewlett-Packard, Intel, Unisys, NCR, Data General, Amdahl, Bull, Compaq, Kodak, Prime, Sequent, Texas Instruments.

Edward Palmer, Geschäftsführer der Unix-Vereinigung Uniforum (ehemals/usr/group) stellt gerade auch bei den Anwendern einen "brennenden Bedarf nach verwertbaren Informationen" fest. So seien noch eine Reihe von Fragen zu klären, bevor Wirtschaft und Behörden offene Systeme in vollem Umfang nützen können.

Eine ähnliche Untersuchung, die DMR eben erst für den kanadischen Markt vorgenommen hat, zeigt einige Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Unix auf. Als Haupthindernis für die Einführung werden die hohen Konvertierungskosten der Anwendungen von den proprietären Betriebssystemen auf Unix genannt.

Weiter heißt es darin, daß über 60 Prozent der Unix-Anwender dieses Betriebssystem für nur 10 Prozent ihrer Anwendungen nutzen. In 72 Prozent der kanadischen DV-Abteilungen wird es überhaupt nicht eingesetzt. Darüber hinaus geben drei von vier der Unix-Abstinenzler an, das Betriebssystem nicht gut genug zu kennen, um über einen möglichen Einsatz entscheiden zu können.