IBM und Hewlett-Packard

Hersteller hoffen auf Nehalem-Server

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Mit Intels neuer Xeon-Plattform wollen Server-Hersteller wie Hewlett-Packard und IBM ihre Geschäfte wieder ankurbeln. Die Leistungsdaten der Nehalem-Prozessoren klingen jedenfalls viel versprechend.

Intel hat bei seiner neuen Xeon-5500-Generation, die unter dem Codenamen Nehalem entwickelt wurde, die Systemarchitektur komplett umgebaut. Lief bei den bisherigen Xeon-Prozessoren die Kommunikation zwischen CPU und Speicher über den Chipsatz, integrieren die Nehalem-Prozessoren eigene Speicher-Controller, über die sich drei DDR-3-Kanäle ansteuern lassen. Außerdem gibt es separate "Quick-Path"-Schnittstellen, über die die CPUs untereinander und mit dem Chipsatz Daten austauschen.

Mit dieser Technik hat Intel Probleme wie lange Antwortzeiten und beschränkte Bandbreiten aus der Welt geschafft. Erste Tests der COMPUTERWOCHE-Schwesterpublikation Tecchannel bescheinigen dem Nehalem gegenüber der vorherigen Xeon-Generation und der konkurrierenden Opteron-Architektur von AMD eine teilweise doppelt so hohe Leistung. Auch in Sachen Energieeffizienz schlagen die neue Xeon-CPUs die Konkurrenz deutlich: In der Kategorie Performance pro Watt beträgt der Vorsprung zwischen 50 und 100 Prozent.

Hersteller starten mit Nehalem-Servern durch

Intels neue Technik hat die Server-Hersteller offenbar überzeugt. Bereits zum Start der überarbeiteten Xeon-Generation kommt eine regelrechte Flut neuer Rechner auf den Markt. Beispielsweise bietet Hewlett-Packard mit der "ProLiant-G6"-Baureihe eine neue Server-Generation auf Nehalem-Basis. Mit elf neuen Servern sei der Launch der neuen ProLiant-Generation HPs bislang größte Produkteinführung im Server-Bereich, hieß es. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen verfügen die neuen Systeme HP zufolge über die doppelte Rechenleistung, verbrauchen aber nur halb so viel Energie.

Hewlett-Packard bringt zum Nehalem-Start elf neue Server auf den Markt - nach eigenen Angaben der umfangreichste Launch der eigenen Server-Historie.
Hewlett-Packard bringt zum Nehalem-Start elf neue Server auf den Markt - nach eigenen Angaben der umfangreichste Launch der eigenen Server-Historie.

HPs Generation 6 der ProLiant Server arbeitet mit Intel-Xeon-5500-Prozessoren. Dazu zählen die Rack-Modelle "DL380", "DL370", "DL360", "DL180" und "DL160" sowie die Bladesysteme "BL 490c", "BL 460c" und "BL 280c". Darüber hinaus bietet der Hersteller seinen Kunden die neuen Proliant-Tower-Rechner "ML370", "ML350" und "ML150". Die meisten der neuen ProLiant-Server sind HP zufolge ab sofort weltweit verfügbar. Die Modelle BL490c und BL280c werden in den kommenden Wochen auf den Markt kommen. Je nach Ausstattung müssen die Kunden zwischen 880 und 2790 Euro für die Rechner auf den Tisch legen.

Neben Intels überarbeiteten Xeon-Prozessoren integriert HP einer Reihe neuer eigener Techniken in die Systeme. Mit der Funktion "Sea of Sensors" baut der Hersteller 32 intelligente Sensoren in die Server ein. Diese sollen die Wärmeentwicklung in den Systemen überwachen. Außerdem lässt sich damit die Kühlung optimieren, indem Systemkomponenten wie Lüfter, Arbeitsspeicher und Input/Output-Verarbeitung reguliert werden. Mit Hilfe von "Common Power Slot-Design" sollen Anwender Energieverschwendung verhindern können. Dafür stehen vier Netzteile zur Verfügung, um den Stromverbrauch an die jeweilige Auslastung der Server anpassen zu können. Darüber hinaus erlaubt "Dynamic Power Capping", die Energie- und Kühlungsressourcen für jeden Server zu bestimmen und zu begrenzen. Die Rechner erhalten damit nur so viel Strom, wie sie tatsächlich benötigen.