Mobil produktiv arbeiten

Herausragende Productivity-Apps für iPhone und iPad

Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
Aufgaben, Dateien, Dokumente und Informationen lassen sich heute problemlos unterwegs mit dem iPhone oder iPad verwalten. Mit welchen Apps das am besten klappt, erfahren Sie hier.

Productivity-Apps boomen. Und das nicht nur im Privatbereich, sondern zunehmend auch im Business. So findet man heute in Apples App Store neben unzähligen Todo-Apps für den privaten Gebrauch auch eine ganze Reihe leistungsstarker Tools für das Aufgabenmanagement, die für Firmen konzipiert sind. Ein gutes Beispiel für diesen Trend ist die populäre Todo-App Wunderlist aus Berlin. Einst für Privatanwender konzipiert bietet das vielversprechende Start-Up aus Berlin heute eine Pro-Version, die sich an Unternehmen richtet. Moderne Social Enterprise-Tools wie Podio oder Socialcast sind ein weiterer Beleg für das wachsende Interesse am Thema Produktivität seitens der Unternehmen.

Neben To-Do-Apps spielen mobile Lösungen für effizientes Informations- und Wissens-Management ebenfalls eine zentrale Rolle auf dem zukunftsträchtigen Marktsegment. Das Paradebeispiel ist hier Evernote. Zunächst als einfacher Online-Notizdienst gestartet, hat sich die Software mittlerweile zu einer umfangreichen Plattform weiterentwickelt, die heute über 50 Millionen Anwender zählt und bei Privatanwendern ebenso beliebt ist wie bei Enterprise-Kunden. Für das produktive Arbeiten unterwegs sind zudem Office-Apps unverzichtbar geworden. Sie haben inzwischen so einen Reifegrad erreicht, dass sie für viele Anwender aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Im Folgenden stellen wir eine Reihe professioneller Productivity-Apps für iPhone und iPad aus den beschriebenen Kategorien vor, die sowohl im privaten als auch im Business-Umfeld eingesetzt werden können.

Aufgabenmanagement

Wunderlist

Wunderlist Pro
Wunderlist Pro
Foto: Diego Wyllie

Wunderlist gehört mit rund zehn Millionen Anwendern mittlerweile zu den beliebtesten To-Do-Apps weltweit. Was die Kernfunktionalität angeht, ist das Produkt aus der Hauptstadt eigentlich nicht sonderlich einzigartig. Doch die Mischung macht es. Der Verzicht auf überflüssige Features, die die Bedienung erschweren würden, eine besonders schicke und durchdachte Anwendungsoberfläche, sowie die große Plattformunabhängigkeit - das Programm ist für alle wichtigen Web-, Mobile- und Desktop-Plattformen erhältlich - tragen zur hohen Qualität der Software bei.

Neben den Standard-Tools, die Anwender benötigen, um Aufgaben unterwegs bequem zu verwalten, bietet die Pro-Version für Business-Teams Projetkverwaltung, Kommentare, um sich miteinander austauschen zu können, sowie die Möglichkeit, Aufgaben an Teamkollegen zu delegieren und Dateien an Aufgaben anzuhängen.

Preise und Verfügbarkeit: Wunderlist für Unternehmen mit bis zu fünf Mitgliedern kostet rund fünf Euro pro Anwender und Monat. Die kostenlose App ist mit iPhone und iPad kompatibel und kostenlos im App Store erhältlich.

Trello

Trello
Trello
Foto: Diego Wyllie

Eine interessante Alternative, die in Sachen Design und Funktionalität einen Vergleich mit Wunderlist nicht scheuen muss, ist Trello. Das Programm wird von der Softwareschmiede Fog Creek Software aus New York angeboten, die sich mit leistungsstarken Entwickler-Werkzeugen in der Branche einen Namen gemacht hat. Trello wartet mit einem innovativen User-Interface-Design auf, das auf "Kartenansichten” (Card Views) basiert und Informationen besonders übersichtlich organisiert und darstellt. Die App macht sowohl auf dem iPhone als auch auf dem iPad eine gute Figur.

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Zusammenhängende Aufgaben können in Listen zusammengebracht werden, während ganze Projekte oder Arbeitsgruppen sich in "Boards” kategorisieren lassen. Jede Aufgabe wird als eine Karte dargestellt. Hier lassen sich Checklisten anlegen, Kommentare posten und Dateien anhängen. So werden Diskussionen, die während der Bearbeitung dieser Aufgabe entstanden sind, sowie sämtliche dazugehörige Dokumente, Bilder und andere Dateien zentral gespeichert und sind so wieder leicht auffindbar. Ein Aktivitäts-Stream zeigt in einer Übersicht, wer was und wann gemacht hat. Notifications dienen dazu, stets über wichtige Ereignisse informiert zu bleiben - auf Wunsch mittels nativer Push-Notifications.

Preise und Verfügbarkeit: Trello ist im App Store kostenlos erhältlich. Der Business-Tarif bringt weiterführende Features wie Google Apps-Integration oder bessere Benutzerverwaltungsoptionen und schlägt auch mit rund fünf Euro pro Anwender und Monat zu Buche.

Beesy

Beesy
Beesy
Foto: Diego Wyllie

Mobile Anwender, die sich von einer Aufgabenverwaltung etwas mehr Funktionalität wünschen, sollten einen Blick auf Beesy werfen. Die aus Frankreich stammende App präsentiert sich als eine umfassende Business-Lösung, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. So bietet die App neben klassischem Aufgaben-Management eine ganze Reihe an Productivity-Tools, die man im Geschäftsalltag immer wieder gebrauchen kann. Dazu zählen unter anderem Multimedia-fähige Notizen, Projektmanagement und Kontakte- und Terminverwaltung.

Notizen stellen einen zentralen Bestandteil der Software dar. Dementsprechend bietet die App in diesem Bereich einige interessante Funktionen an. Ein Beispiel: Aus beliebigem Text in einer Notiz lassen sich durch den Einsatz benutzerdefinierbarer Filter Aufgaben automatisiert erzeugen. Word-, Excel-, PDF- und weitere Dokumente können in eine Notiz problemlos integriert werden. Weitere Meetings-Tools, mit denen man beispielsweise Besprechungsprotokolle erstellen kann, runden das Funktionsspektrum der Software ab.

Preise und Verfügbarkeit: Beesy ist ausschließlich für iPad verfügbar und kostet 5,99 Euro. Einige weiterführende Features, etwa der Export von Berichten, sind als In-App-Käufe implementiert. Kostenpunkt: Ab 1,99 Euro pro Zusatzfunktion.

Wissens- und Informationsmanagement

Memonic

Memonic
Memonic
Foto: Diego Wyllie

Mit Memonic präsentiert sich ein Wissensmanagement-Tool, mit dem sowohl Privat- als auch Unternehmensanwender Notizen erstellen, Themen recherchieren, Informationen sammeln und mit Freunden oder Arbeitskollegen gemeinsam bearbeiten und miteinander teilen können. Sämtliche Inhalte, die man im System sammelt, lassen sich auf dem iPhone beziehungsweise iPad bequem einsehen und verwalten. Die Erstellung von Notizen ist mit einem iOS-Gerät problemlos möglich. Mit Hilfe von Tags und Ordnern lassen sich die Notizen nach eigenem System kategorisieren. Die leistungsfähige Suchfunktion hilft weiter, wenn man trotzdem die gewünschte Inhalte nicht finden kann. Wer seine Notizen mit Freunden und Kollegen teilen möchte, kann dies per E-Mail, via einen Link, oder aber auf Twitter und Facebook tun.

Preise und Verfügbarkeit: Die Memonic-App ist universal und kostenlos verfügbar. Der Dienst wird im Freemium-Modell angeboten. Die kostenlose Version bietet bis zu 100 Notizen und drei Arbeitsgruppen. Der Premium-Plan hat keine Beschränkungen und kostet rund 28 Euro im Jahr.

MindNode

MindNode
MindNode
Foto: Diego Wyllie

Eine effiziente Methode, um Informationen, Ideen und Wissen zu verarbeiten und komplexe Sachverhalte besser verstehen zu können, bieten Mind-Mapping-Tools an, wie sie in unzähligen Formen und Varianten seit vielen Jahren erhältlich sind. MindNode von der österreichischen Softwareschmiede IdeasOnCanvas GmbH dürfte eine der besten Lösungen sein, die für die iOS-Plattform erhältlich sind.

Die schlicht gehaltene, aber mächtige App wartet mit einer intuitiven Benutzeroberfläche auf, die speziell für iPhone beziehungsweise iPad optimiert ist. Dementsprechend ist die Erstellung selbst komplexer Maps auf dem kleinen Bildschirm des iPhone wesentlich bequemer als man zunächst glauben mag. Auf einem einzigen Canvas kann man sogar mehrere voneinander getrennte Maps erstellen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man seine Kreationen auf einfache Weise aus der App befreien kann. So können Maps in verschiedenen Formaten wie PNP, OPML ("Outline Processor Markup Language”) oder PDF exportiert werden. Des Weiteren können Anwender dank AirPrint-Integration ihre Maps direkt aus dem Smartphone beziehungsweise Tablet ausdrucken.

Preise und Verfügbarkeit: MindNode kostet knapp zehn Euro und ist für iPhone und iPad verfügbar. Neben der mobilen App bietet der Hersteller übrigens auch eine native Desktop-Version für Mac OS X. Kostenpunkt: Knapp 20 Euro.

Tools fürs mobile Büro

Office Mobile

Office Mobile
Office Mobile
Foto: Diego Wyllie

Microsoft hat lange gezögert, seine Office-Programme für Konkurrenz-Plattformen wie iOS verfügbar zu machen. Inzwischen bieten die Redmonder jedoch hochwertige native Apps für iPhone und iPad bereit. Damit können Anwender Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente unterwegs bearbeiten. Dank Offline-Modus sogar dann, wenn keine Internetverbindung verfügbar ist. Die Unterstützung für Diagramme, Animationen, SmartArt-Grafiken und Formen soll dafür sorgen, dass die Dokumente auf den kleineren Bildschirmen der Mobilgeräte fast genauso aussehen wie im Original. Praktisch: Mobile Anwender können auf Office-Dokumente zugreifen, die in in der Microsoft Cloud oder auf einem Sharepoint-Server gespeichert sind. Dank Cloud-Synchronisierung werden Dokumente, die man zuletzt auf dem Desktop-PC bearbeitet hat, in den mobilen Apps in der Liste der zuletzt verwendeten Dokumente aufgelistet.

Preise und Verfügbarkeit: Seit Ende letzten Jahres können Privatkunden Excel-, PowerPoint- und Word-Dokumente mit den jeweiligen mobilen Office-Apps kostenlos bearbeiten. Business-Kunden benötigen allerdings nach wie vor einen kostenpflichtigen Office 365-Account, um von den Pro-Features von den Office Mobile-Apps profitieren zu können. Kostenpunkt: Ab knapp vier Euro pro User und Monat.

OfficeSuite

Office Suite Professional
Office Suite Professional
Foto: Diego Wyllie

Eine interessante Alternative zu Microsofts Office-Apps bietet sich mit OfficeSuite Pro von der Firma MobiSystems. Die App überzeugt durch einen guten Mix aus leistungsfähigen Features, geschmacksvollem Design und hoher Usability. Damit lassen sich Office-Dokumente bequem auf dem Smartphone oder Tablet editieren. Ein weiteres, praktisches Feature besteht darin, solche Dateien nach PDF konvertieren zu können. Darüber hinaus bietet die OfficeSuite Unterstützung für Dropbox, Google Drive und weitere Cloud-Storage-Dienste.

Preise und Verfügbarkeit: Was die Preise angeht: Das Programm steht in zwei Versionen zur Verfügung. Die Free-Version bietet nur die Standardfunktionen und ist werbefinanziert. Für die Premium-Variante mit dem kompletten Featureset und ohne Werbung muss man knapp zehn Euro auf den Tisch legen.

PaperScan

PaperScan
PaperScan
Foto: Diego Wyllie

Der Dokumentenmanagement-Spezialist DocuWare bietet mit PaperScan eine kostenlose App, die das iPhone in einen mobilen Scanner verwandelt. Dabei handelt es sich um eine schlicht gehaltene und gleichzeitig leistungsfähige Anwendung, mit der man Rechnungen, Belege und weitere Papierunterlagen auf einfache Weise einscannen kann. Für die hohe Scanqualität, die die App verspricht, hat DocuWare laut eigenem Bekunden spezielle Algorithmen zur Bilderkennung entwickelt und zum Patent angemeldet. Die Bedienung ist denkbar einfach. Der User hält sein iPhone über das Papier, das eingescannt werden soll. Wenn man dann den Scan-Button auf dem Bildschirm drückt, wird der Scan gestartet. Anschließend lässt sich das eingescannte Dokument beschneiden und im PDF-Format speichern. Die PDF-Dokumente lassen sich dann direkt in der Dropbox ablegen, per E-Mail verschicken oder via AirPrint ausdrucken.

Preise und Verfügbarkeit: PaperScan ist ausschließlich für iPhone konzipiert und ist kostenlos (ohne Werbung) im App Store erhältlich.