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Herausforderung Enterprise 2.0

31.07.2007
Langsam aber sicher müssen sich auch IT-Verantwortliche in Unternehmen mit den technischen und vor allem organisatorischen Neuerungen auseinandersetzen, die mit der Nutzung von Web 2.0-Tools in Unternehmen Einzughalten. Die Analysten von IDC fassen das unter dem Begriff Enterprise 2.0 zusammen.

Frank Gens, Vice President Research von IDC erwartet radikale Veränderungen durch die Nutzung von Web 2.0-Tools im Unternehmen. Dabei sei es weniger die Technologie, sondern eher die Organisations- und Kulturveränderungen, die damit einhergehen. Im Interview mit der COMPUTERWOCHE erklärt er: "In Unternehmen, die sich um Endkunden kümmern, werden wir die Adaption zuerst erleben. Finanzdienstleister und Hersteller von Konsumgütern profitieren wahrscheinlich am stärksten vom Input von draußen. Dabei werden die Veränderungen für diese Firmen radikal sein. Nicht so sehr, was den Einsatz von Tools betrifft, sondern die Einstellung. Die Mitarbeiter müssen lernen, etwas als genauso gut oder sogar besser zu betrachten, das von außen kommt. Das ist sehr radikal."

Frank Gens, Chef-Researcher von IDC sagt radikale Veränderungen durch das Web 2.0 voraus.
Frank Gens, Chef-Researcher von IDC sagt radikale Veränderungen durch das Web 2.0 voraus.

Als besorgniserregend empfindet es der IDC-Analyst, dass die meisten Web-2.0-Projekte heute nicht in der IT aufgehängt sind, sondern von Fachbereichen verantwortet werden. Wenn CIOs und IT-Verantwortliche in diesem wichtigen Feld nicht unberücksichtigt bleiben wollen, müssen sie sich laut Gens an die Spitze der Bewegung setzen: "Die IT-Organisation muss diese Bewegung anführen, sie darf keine Straßensperre sein, die verhindert, dass Unternehmen sich mit Communities außerhalb ihrer Organisation verbinden. Es geht nicht um IT. Business-Verantwortliche suchen nach Wegen, schneller und besser zu innovieren. Die IT muss diese Suche entschieden unterstützen. CIOs müssen die Apostel für das Enterprise 2.0 werden."

IT-Entscheider müssen wieder mehr expermentieren, die neuen Tools ausprobieren und untersuchen, wie sich in Unternehmen einsetzen lassen. Die IT brauche wieder eine kleine Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die sich um diese Dinge kümmere erklärte er. Es dürfe nicht mehr der Eindruck enstehen, dass private Endverbrauche mehr über Blogs, Wikis und RSS wüssten als die IT-Abteilung. Das komplette Interview mit Frank Gens lesen Sie hier. Außerdem finden Sie im Notizblog der Computerwoche einen Meinunsbeitrag zu Enterprise 2.0, den Sie kommentieren können.