Vier Aufgaben, die jetzt auf CIOs zukommen

Herausforderung Digitale Transformation

Dirk Pfefferle ist seit dem 1. Januar 2015 Area Vice President in Zentral- und Osteuropa bei Citrix. Davor verantwortete er bei Citrix die Geschäfte mit Virtualisierungs-, Netzwerk- und Mobility-Lösungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Pfefferle verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. In dieser Zeit hatte er verschiedene internationale Management-Positionen inne. Zuletzt war er Area Manager Enterprise und Mitglied der Geschäftsführung bei EMC Deutschland, wo er für das Großkundengeschäft in Deutschland verantwortlich war. Zuvor war er Mitgeschäftsführer von Verizon Deutschland und verantwortete zusätzlich das Geschäft von Verizon in Deutschland, Österreich und Osteuropa als Area Vice President. Dirk Pfefferle hat Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik studiert und ist in Gremien wie dem Münchner Kreis, dem Senat der Wirtschaft und dem BITKOM für die IT-Industrie aktiv.
Für IT-Verantwortliche in Unternehmen ist das Thema Digitalisierung eigentlich nichts Neues. Schließlich ist es schon seit vielen Jahren ihr Job, digitale Lösungen zu planen und zu implementieren. Die digitale Transformation, mit der sie es heute zu tun haben, greift jedoch viel weiter.

Neue Technologien verändern gerade grundlegend die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten und Geld verdienen. Damit kommen auch auf CIOs ganz neue Herausforderungen zu. Insbesondere mit vier Aufgabenbereichen müssen sich IT-Manager heute auseinandersetzen.

Lösungen für den Arbeitsplatz der Zukunft finden

An den Arbeitsplätzen der Anwender ist die digitale Transformation bereits unübersehbar: Mobile Endgeräte, Lösungen für flexibleres Arbeiten und neue Formen der virtuellen Zusammenarbeit etablieren sich heute rasend schnell in vielen Organisationen. Laut einer aktuellen Studie von Crisp Research "The Adaptive Workplace - Arbeiten im 21. Jahrhundert" gehen bereits 40 Prozent der Business- und IT-Entscheider davon aus, dass mobile Arbeitsplätze in naher Zukunft das klassische Büro ablösen werden. Die IT ist in diesem Prozess als Impulsgeber, Innovationsmotor und Enabler gefragt. Bei der Umsetzung von neuen Arbeitsplatzkonzepten helfen Technologien, die den Arbeitsplatz komplett von der physischen Infrastruktur entkoppeln - und so ein orts- und endgeräteunabhängiges Arbeiten ermöglichen.

Home-Office heißt schon lange nicht mehr, dass der zweite Arbeitsplatz zuhause sein muss.
Home-Office heißt schon lange nicht mehr, dass der zweite Arbeitsplatz zuhause sein muss.
Foto: Rawpixel - shutterstock.com

Den Wandel von Unternehmen mitgestalten

Nicht nur die inneren Strukturen von Unternehmen befinden sich im Wandel - auch die Gesamtorganisationen verändern sich immer schneller. Durch Internationalisierung, Zusammenschlüsse und Akquisitionen passen sich Unternehmen bei Bedarf rasch an veränderte Marktbedingungen an. Der Erfolg dieser Initiativen hängt mehr denn je von der IT ab.

Bereits im Vorfeld von Unternehmenstransaktionen muss eine kritische Prüfung und Bewertung der unterschiedlichen IT-Voraussetzungen erfolgen. Anschließend geht es darum, so schnell wie möglich durchgängige digitale Prozesse zu schaffen. Dies bedeutet vor allem: Alle Mitarbeiter und Standorte müssen in kürzester Zeit sicheren Zugang zu allen benötigten Anwendungen und IT-Ressourcen erhalten.

Digitale Prozesse vor neuen Risiken schützen

Die digitale Transformation führt zu einer immer engeren Vernetzung von Unternehmen mit ihren Kunden, Partnern und Lieferanten. Hinzu kommt, dass künftig nicht nur Anwender digital miteinander kommunizieren, sondern intelligente Technologien auch die Welt der Dinge immer stärker durchdringen.

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

Security und Compliance müssen unter diesen Bedingungen neu definiert werden. Klassische IT-Sicherheitskonzepte stoßen im Zeitalter von Internet of Things und digitalisierten Wertschöpfungsketten schnell an ihre Grenzen. CIOs müssen daher ganz neue Sicherheitsmodelle entwickeln, um vertrauliche Daten in einer weitgehend entgrenzten Business-Welt zuverlässig zu schützen. Die gute Nachricht: IT-Verantwortliche können dabei heute auf breite Unterstützung bauen. Unternehmen haben mittlerweile verstanden, dass sie Risiken wie der Cyberkriminalität nur mit einer ganzheitlichen Herangehensweise begegnen können.

Interne und externe Services perfekt orchestrieren

Innovationen ermöglichen, Veränderungen unterstützen, Prozesse absichern - IT-Verantwortliche können ihre vielfältigen Aufgaben heute nur erfolgreich bewältigen, wenn sie den Betrieb ihrer IT-Infrastruktur so effizient und flexibel wie möglich organisieren. Häufig ist es nicht mehr sinnvoll, alle benötigten IT-Leistungen selbst zu erbringen und jede einzelne Anwendung im eigenen Haus zu betreiben. Viele IT-Organisationen greifen mittlerweile ganz gezielt auf Services aus der Cloud zurück und sind so in der Lage, schneller denn je auf neue Anforderungen zu reagieren. Der CIO wird dadurch immer mehr zum Service Broker, der die internen und externen Bausteine der Infrastruktur zusammenführt und das Zusammenspiel optimiert. Dies schließt nicht aus, auch selbst zum Service Provider zu werden und eigene smarte Lösungen als Dienste am Markt anzubieten.

Durch die digitale Transformation wird das Aufgabenfeld von CIOs weiter wachsen. Gut möglich, dass der eine oder andere CIO künftig zum Chief Digital Officer wird, der die Umsetzung der neuen digitalen Möglichkeiten im Unternehmen hauptverantwortlich vorantreibt. Denkbar ist allerdings auch, dass sich die vielfältigen Aufgaben des CIOs in Zukunft auf mehrere Schultern verteilen. In den USA entstehen schon heute neue Vorstandsrollen wie der Chief Innovation Officer und der Chief Cyber Security Officer, die die digitale Transformation von Unternehmen ebenfalls unterstützen sollen. (bw)