Henkel wegen eines Freundes in Bedrängnis

02.08.1996

MÜNCHEN (CW) - BDI-Präsident und Ex-IBM-Chef Hans-Olaf Henkel ist wegen einer Immobilienangelegenheit in die Schlagzeilen geraten. Wie der "Spiegel" berichtet, half er einem Freund, der wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis saß. Der Freund, Christian Vinke, vermittelte 1993 den Verkauf eines Berliner IBM-Gebäudes an eine Bauträgerfirma und verlangte 2,5 Millionen Mark Provision, was etwa ein Drittel des gesamtes Kaufpreises ausmachte. Die Besitzer der Bauträgerfirma, mit denen Vinke schon früher einige Geschäfte abgewickelt hatte, wollten das Geld zurück und übten mit Briefen Druck auch auf Henkel aus, in denen sie ihn für die Aktivitäten seines Freundes verantwortlich machten.

Die Baufirma hatte nämlich in den Jahren 1990 und 1991 über 1,2 Millionen Mark auf ein Konto überwiesen, das auf Henkels Namen lief. Der BDI-Chef behauptet, daß er dieses Konto für seinen Freund auf den eigenen Namen einrichtete, da dieser damals wegen seiner früheren Vergehen keine eigene Bankverbindung eröffnen durfte.