Personalvermittlung

Headhunter auf der Suche nach IT-Profis

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
2012 war ein erfolgreiches Jahr für Headhunter: Die Geschäften liefen gut. Immer häufiger suchen Personalberater auch über Social-Media-Kanäle nach Kandidaten.
Jede vierte durch Personalberater besetzte Position richtet sich an Kandidaten aus dem oberen Management.
Jede vierte durch Personalberater besetzte Position richtet sich an Kandidaten aus dem oberen Management.
Foto: rudall30, Fotolia.com

Die Finanzkrise im Jahr 2009 bescherte den deutschen Personalberatern erwartungsgemäß eine Flaute, die sich schon in den beiden Folgejahren in deutlich mehr Aufträge umwandelte. Nun meldet der Bundesverband Deutscher Unternehmesberater(BDU) für 2012 erneut gute Geschäfte für die mittlerweile über 2000 Personalberatungen in Deutschland: Die brachten 51.000 Fach- und Führungskräfte in einen neuen Job und erwirtschafteten einen Umsatz von 1,55 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2011 stiegen Zahl der Stellenbesetzungen (um 2200 Kandidaten) und Umsatz um 3,6 Prozent. In diesem Tempo werde die Branche aber nicht weiter wachsen, schätzt BDU-Vizepräsidentin Regina Ruppert: „Zurzeit erleben wir, dass unsere Klienten aufgrund der noch nicht ausgestandenen Eurostaatenkrise nur sehr zögerlich Investitionsentscheidungen treffen. Das beeinflusst unser Kerngeschäft der Personalsuche doch erheblich.“

Knapp 60 Prozent der durch Personalberater besetzten Stellen waren 2012 Positionen für Führungskräfte aus dem mittleren Management mit einem jährlichen Einkommen zwischen 75.000 und 150.000 Euro. Jede vierte Stelle richtete sich an Top-Manager mit einem Jahresgehalt von 150.000 bis 500.000 Euro. Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften bringt Personalberatern am meisten Umsatz ein (82 Prozent), danach folgen mit großem Abstand die Beratungsfelder Managementdiagnostik (8 Prozent) und die Besetzung von Aufsichts- und Beiräten (3,6 Prozent).

Ingenieure sehr gefragt

Die Studienergebnisse verdeutlichen die starke Nachfrage nach Ingenieuren am Arbeitsmarkt: 2012 suchten Personalberater besonders häufig nach Experten der Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie der Elektro- und Energietechnik. Informatiker und Softwareentwickler waren im vergangenen Jahr ebenfalls sehr gefragt, heißt es in der Studie. Konkrete Zahlen werden dabei nicht genannt. Der Anteil der präsentierten weiblichen Kandidaten lag 2012 bei 27 Prozent, der der erfolgreich platzierten bei 22 Prozent.

Um den richtigen Kandidaten zu finden, setzen Personalberater am häufigsten auf eine Kombination von Direktsuche und der Suche über Internet und Social Media-Kanäle. Die Bemühungen der Recruiter, über Online- und Social Media-Plattformen an geeignete Kandidaten zu gelangen, haben zumindest auf der Spezialisten- und unteren Führungsebene nochmals zugenommen, heißt es in der Auswertung. Allerdings stößt das bei Kandidaten nicht immer auf Begeisterung. Im Gegenteil. Personalberater befürchten, dass die intensive und oft unqualifizierte Social-Media-Ansprache potenzielle Kandidaten zunehmend verärgeree. Neben Direkt- und Internetsuche spielen auch Anzeigen- und Datenbanksuche weiter eine Rolle.

Personalentscheidungen fallen zu langsam

Die für die Studie befragten Personalberater benennen neben den Missständen bei der Social Media-Ansprache auch negative Entwicklungen auf Arbeitgeberseite: 76 Prozent der Umfrageteilnehmer beklagen, dass Unternehmen Personalentscheidungen zu häufig hinauszögern. Als Folge davon würden qualifizierte Kandidaten abspringen.

Für die Studie "Personalberatung in Deutschland 2012/2013" vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) wurden Personen aus 180 Personalberatungsgesellschaften aller Umsatzklassen befragt.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Schwesterpublikation CIO.