Web

 

Hauptversammlung: Intel soll Kosten für Optionspläne ausweisen

21.05.2004

Intel musste als einer der stärksten Befürworter von Aktienzuweisungen eine Schlappe hinnehmen: Auf der diesjährigen Hauptversammlung erhielt der Vorschlag, die Kosten von Optionsplänen künftig in der Bilanz als Aufwand zu verbuchen, 54 Prozent von insgesamt 5,7 Milliarden Stimmen. Im vergangenen Jahr war ein entsprechender Antrag von zwei US-Pensionskassen nur mit knapper Mehrheit abgewiesen worden (Computerwoche.de berichtete). Trotzdem ist der Vorschlag nicht verbindlich und Intel erklärte, es werde sich das Abstimmungsergebnis zu Herzen nehmen, vorerst jedoch nicht darauf reagieren. Die Umsetzung hätte für den Chipriesen tiefgreifende Folgen, nachdem allein im vergangenen Jahr 91 Prozent der rund 80.000 Mitarbeiter Optionsscheine erhielten. Neben den direkten Auswirkungen auf die Ergebnisse befürchtet Intel-Chef Craig Barrett im Falle einer Umsetzung eine Flut von

Sammel- und Aktionärsklagen. So sei die Berechnung der tatsächlich entstandenen Kosten umstritten. Resultat einer Verbuchung wären möglicherweise fehlerhafte Bilanzen. Außerdem befürcht das Management einen tiefen Einschnitt in die Unternehmenskultur und die Abwanderung wertvoller Mitarbeiter.

Zwei Anträge von Aktionären, anstelle von Optionsscheinen Aktienprämien zu verteilen und die Ausübung der Bezugsscheine von Führungskräften stärker zu reglementieren, scheiterten dagegen. Intels Vorschlag, dass es künftig nur noch einen Aktienoptionsplan geben werde, dem die Aktionäre jährlich zustimmen müssten, wurde indes mit einer klaren Mehrheit von 86 Prozent angenommen.

Auf der Hauptversammlung teilte der weltgrößte Chiphersteller außerdem mit, er werde weitere zwei Milliarden Dollar in seine Halbleiterproduktionsstätten in Irland investieren. Im Detail plant Intel dabei, eine neue Anlage "Fab 24-2" in seinem irischen Standort Leixlip einzurichten und ein bereits bestehendes Werk ebenfalls für die so genannte 65-Nanometer-Technologie auszulegen. Der Bau wird sofort beginnen, in der ersten Hälfte 2006 soll die neue Anlage die Produktion aufnehmen.

Die Investition wurde mit der Irish Development Agency (IDA) ausgehandelt. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Intel Zuschüsse und andere Anreize, deren Umfang der Chip-Branchenführer allerdings nicht bekannt gab. Intel hat seit 1989 bereits rund sechs Milliarden Dollar in Irland investiert und beschäftigt dort 4700 Menschen. (mb)