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Goldtouch fordert eine Milliarde Dollar

Hat Microsoft die ergonomische Maus geklaut?

16.12.1998
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Goldtouch fordert eine Milliarde Dollar

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die auf ergonomische Produkte spezialisierte Firma Goldtouch hat Microsoft auf eine Milliarde Dollar Schadensersatz verklagt. Es geht um Microsofts ergonomische Maus, die angeblich von einem Goldtouch-Entwurf abgekupfert sein soll. 1997 hatte die Firma ein solches Eingabegerät entworfen und zum Patent angemeldet. Leider beging Goldtouch den Fehler, das Produkt in der Hoffnung auf ein Lizenzabkommen im Rahmen eines Meetings auch der Gates-Company vorzustellen. Die soll nun nicht Besseres zu tun gehabt haben, als einige der patentierten Ideen und im Rahmen des Meetings diskutierte Technologien in ihre eigene Hardware einfließen zu lassen, die ein Jahr später auf den Markt gebracht wurde. "So ein Meeting beinhaltet immer eine gewisse Vertraulichkeit", ärgert sich Goldtouch-Chef Mark

Goldstein über seinen Leichtsinn. Firmenanwalt Barry Young räumte allerdings ein, daß es kein schriftliches Non-Disclosure-Agreement (NDA) gegeben habe. "Microsoft unterschreibt sowieso keine NDAs", so Young. Die Gates-Company gab bisher keine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. Eine Sprecherin äußerte lediglich die "Hoffnung, daß sich die Vorwürfe als haltlos erweisen".