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Hat Intel eigentlich eine eigene IT-Abteilung?

11.05.2007
Auf diese – zugegeben etwas dämliche Frage – gibt der Konzern freimütig Antwort: Intel hat einen vorbildlichen Benchmark-Bericht zur Organisation und Leistung der eigenen IT-Abteilung veröffentlicht. Dort lässt sich lesen, was man mit 1,17 Milliarden Dollar alles anstellen kann.

Benchmarking ist eine feine Sache, wenn die Ergebnisse den eigenen Schätzungen beziehungsweise Wünschen entsprechen. Unternehmen aus der High-Tech-Branche können ihre IT jetzt mit der von Intel messen: Der Chip-Konzern hat einen eigenen "Anwenderbericht" verfasst, in dem auf viele Details der IT-Organisation eingegangen wird. Schwerpunkte sind (natürlich) die Steigerung der Profitabilität sowie die Verbesserung der operativen Leistung. So erfährt man beispielsweise, dass die Übertragung eines TB an Daten über das WAN im vergangenen Jahr 24 Cent kostete, zehn Cent weniger als 2005. Und nur noch jeder fünfte PC, der bei Intel eingesetzt wird, ist ein Desktop. Auch hat der Konzern 14 Prozent seiner IT-Jobs im Jahr 2006 gestrichen.

Daneben beschreibt Intel die Modelle der Organisation und Governance, die ERP-Konsolidierung, die Zufriedenheit der Kunden, das Management von Risiken und den IT-Workflow. Auch wenn der Bericht gelegentlich wie eine Selbstbeweihräucherung wirkt, was beim Benchmarking nicht selten der Fall sein soll, bietet er dennoch interessante Anhaltspunkte für ein eventuelles Vorhaben, über die Leistung der eigenen Unternehmens-IT Rechenschaft abzulegen. Zielgruppen – neudeutsche "Stakeholder – sind nicht nur das übergeordnete Management, sondern auch potenzielle IT-Kollegen und die Mitarbeiter in Fachabteilungen, denen die IT häufig wie die moderne Form eines ineffizienten Geheimbundes erscheint. Alles in allem ist der Performance-Report von Intel ein gelungenes Beispiel für einen Rechenschaftsbericht – leider haben sich bislang nur wenige Nachahmer gefunden. Vielleicht ist auch nicht jedes Unternehmen reif genug, um öffentlich einzugestehen, dass Zeitpläne von Projekten ein überaus bewegliches Ziel sind. (ajf)

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