Billig-Konkurrenz aus China

Harter Wettbewerb macht Samsung zu schaffen

28.01.2016
Samsung stellt sich wie Apple auf ein schwierigeres Geschäftsumfeld 2016 ein. Nicht nur bei Smartphones sehen die Aussichten nicht mehr allzu rosig aus. Auch bei Speicherchips erwartet der südkoreanische Technologie-Riese eine schwächere Nachfrage.

Der härtere Wettbewerb bei Smartphones und der Preisverfall bei Speicherchips haben den Gewinn von Marktführer Samsung im vierten Quartal 2015 deutlich geschmälert. Der Überschuss fiel im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 3,22 Billionen Won (2,44 Milliarden Euro), wie der südkoreanische Technologiekonzern mitteilte. Auch im gesamten Jahr fiel der Gewinn des größten Herstellers von Smartphones, Speicherchips und Fernsehern - von 23,39 Billionen Won 2014 auf aktuell19,06 Billionen Won (14,5 Milliarden Euro). Der Umsatz von Samsung stieg im vierten Quartal 2015 um 1,1 Prozent auf 53,3 Billionen Won. Im Gesamtjahr fielen die Umsatzerlöse jedoch um 2,7 Prozent auf 200,65 Billionen Won. Mit Blick auf 2016 warnte der Rivale von iPhone-Produzent Apple vor einem schwächeren Geschäft.

Samsung profitiert angesichts wachsender Konkurrenz vor allem nicht nicht mehr so stark wie bisher vom Smartphone-Boom. 2016 werde es "infolge eines schwierigen Geschäftsumfelds und einer schwächeren IT-Nachfrage" schwierig, das Gewinn-Niveau zu halten, hieß es. Der Wettbewerb werde intensiver. Dennoch erwarte man bei Smartphones und Tablet-Computern einen Zuwachs im einstelligen Prozentbereich.

Im vierten Quartal sei der Smartphone-Absatz im Vergleich zum Quartal davor wegen einer Bereinigung der Lagerbestände leicht zurückgegangen. Zudem habe sich der Anteil der Produkte im mittleren und unteren Preisbereich erhöht, was zu einem geringeren Umsatz geführt habe, hieß es weiter.

Chinesische Hersteller verschärfen den Preiskampf

Im Markt für Massenprodukte tobt ein Preiskampf. Dort stellen vor allem billige Modelle chinesischer Marken die Südkoreaner vor Probleme. Im oberen Preissegment ist Apple nach wie vor schärfster Konkurrent. Im Ende Dezember abgelaufenen Quartal habe Samsung mit 81,3 Millionen verkauften Smartphones noch vor Apple gelegen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den Marktforscher Strategy Analytics. Damit habe Samsung einen führenden Marktanteil von 20,1 Prozent gehabt.

Apple-Chef Tim Cook hatte vor wenigen Tagen einen sinkenden iPhone-Absatz im laufenden Quartal vorausgesagt. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft verzeichnete der Konzern noch ein leichtes Plus von 0,4 Prozent auf 76,8 Millionen Geräte. Im Gegensatz zu Samsung legte Apple für das Weihnachtsquartal bei Umsatz und Gewinn noch Rekordzahlen vor.

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Neben negativen Währungseinflüssen machte Samsung auch die fallenden Preise für Chips und Flüssigkristall-Anzeiger (LCD) für den Gewinnrückgang verantwortlich. So seien DRAM-Speicher infolge einer schwächeren Nachfrage bei PCs gefallen. In der Sparte Halbleiter vermeldete das Unternehmen einen Rückgang des operativen Gewinns um 25 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal - was aber geringfügig höher war als ein Jahr zuvor. (dpa/ba)