Smartphone statt PC

Handys dominieren jugendliche Internetnutzung

16.07.2008
Von pte pte
Die mobile Internetnutzung unter Jugendlichen weitet sich zunehmend aus - mit gravierenden Folgen für die Medien- und Werbewirtschaft.

Wie Branchenvertreter prognostizieren, wird die Zukunft der nachkommenden Generationen immer stärker von Handys bestimmt. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass Kids in der Online-Welt am besten mobil zu erreichen sind und entsprechende Angebote noch weiter an Bedeutung gewinnen werden. Die Werbetreibenden versuchen, Teenager explizit im digitalen Umfeld zu erreichen, weil dort mittlerweile die meiste Zeit verbracht wird - sei es online, mit Handys oder beim Videospielen. Wie "Cnet" berichtet, fließen jährlich rund 200 Milliarden Dollar, die zur freien Verfügung stehen, durch die Hände von US-Jugendlichen.

Von diesem Geld will auch die Internetwirtschaft profitieren. Die Marketingagentur Fuse, spezialisiert auf jugendliche Zielgruppen, hat sich in der Branche umgehört und mit verschiedenen Unternehmen wie Sony, MTV, Yahoo und Nokia in Verbindung gesetzt, um Prognosen einzuholen. Dabei wurde ein klarer Trend deutlich: Handys werden bei Jugendlichen nach Einschätzung der Unternehmen die Popularität von Desktop-Computern sehr bald übersteigen. Derzeit besitzen zwar nur geschätzte 20 Prozent der Teenies in den USA ein Smartphone, doch die Mobilfunkfirmen rechnen für die Zukunft mit einem raschen und kräftigen Wachstum. Nicht zuletzt das viel gerühmte iPhone soll zur Verbreitung der multifunktionalen Geräte beitragen.

"Die Nutzung von mobilen Geräten wird sich ausweiten und die verschiedensten Funktionen umfassen - darunter Barcode-Applikationen gleichermaßen wie Prepaid-Bezahlsysteme", meint Bill Carter, Partner bei Fuse. Daher rechnen Experten in den kommenden Jahren auch mit einer Explosion des sogenannten Geotargeting, die Schaltung national oder regional differenzierter Werbung, über Handys. Unternehmen wie zum Beispiel der britische Mobilfunkbetreiber Blyk setzen dabei inzwischen auf ganz neue Geschäftsmodelle. Telefonieren und SMS-Versand sind gratis, wenn sich die Kunden dazu bereit erklären, Werbung auf ihren Handys zu empfangen. Solche kostenlosen Angebote punkten bei Jugendlichen naturgemäß besonders gut.

Es sei allerdings zu erwarten, dass die Mobilfunkbetreiber auch künftig nicht als führende Entertainment-Anbieter fungieren werden, meint Carter. Den Content würden sich die Nutzer auch weiterhin eher von Apple, Google oder Yahoo holen und damit ihre Handys befüllen. Eine wichtige Rolle wird sicherlich Musik spielen. Abomodelle bei Musikservices sind laut Carter die Zukunft. Apple werde über kurz oder lang einen unlimitierten monatlichen Zugang bieten und auch die Mobilfunkfirmen würden künftig zunehmend mehr Musikdienste auf Abo-Basis für Smartphones hervorbringen. (pte)