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Handylaufwerk für Mini-DVDs vorgestellt

15.02.2008
Von pte pte
Das US-Unternehmen Vmedia http://www.vmedia.net hat ein Mini-DVD-System für Mobiltelefone vorgestellt. Damit soll das Handy zum Abspielgerät für Filme werden, wobei der Entertainment-Genuss nicht nur auf dem Handydisplay sondern auch auf einem großen TV-Schirm möglich ist. Die Verbindung zwischen Handy und Fernseher wird mittels Kabel hergestellt. Das dazugehörige Telefon kommt vom indischen Hersteller Spice. Das Laufwerk ist auf der Rückseite des Mobiltelefons zu finden. In den Handel wird das Produkt im Juni kommen, vorerst allerdings nur am indischen Markt.

Die Mini-DVD hat einen Durchmesser von 32 Millimeter und ist in einem Kunststoffgehäuse eingefasst. Das Speichermedium fasst ein Gigabyte an Daten, was einer Filmlänge von rund 2,5 Stunden entspricht. Die Auflösung der Filme wird mit DVD-Qualität angegeben. Somit ist beim Filmgenuss am Fernsehschirm via Handy kein Qualitätsverlust zu erwarten. Das optische Laufwerk hat einen blauen Laser integriert, wie er auch bei HD-Medien zum Einsatz kommt. Kodiert sind die Filme in H.264 und AAC. Bereits für 2009 ist eine Kapazitätsverdoppelung mithilfe von Dual-Layer-Technologie angekündigt.

Das US-Unternehmen liefert derzeit die ersten Laufwerke an Hersteller von Mobiltelefonen aus. Geräte der nächsten Generation sollen in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres folgen. Deren Bauhöhe gibt Vmedia mit 9,5 Millimeter an. Die Filme auf Mini-DVD werden über die Netzbetreiber verkauft. Laut Spice würden bereits zum Start 40 Bollywood-Titel auf der Mini-DVD verfügbar sein. Man stehe zudem mit Studios in Verhandlungen, um weitere 1.000 Filme auf diesem Medium vertreiben zu dürfen. Der Preis eines Films wird mit umgerechnet fünf Dollar angegeben.

Die Entwickler machen keine Angaben über die Verfügbarkeit des Handylaufwerks bzw. der Mini-DVD in Märkten außerhalb Indiens und Süd-Ost-Asiens. Problematisch für die eigentlich kapazitätsschwachen Medien kann der Verfall der Flashpreise in Verbindung mit rasch steigenden Kapazitäten der Karten werden. Zudem hatte bereits Sony mit der UMD für die PSP versucht, optische Speichermedien im Kleinformat am Markt zu platzieren. Einen durchschlagenden Erfolg konnte der japanische Elektronikkonzern damit jedoch nicht landen, womit sich die Frage stellt, ob dies Vmedia mit einem Nischenprodukt gelingen wird. (pte)