Gartner

Handy-Markt schrumpft, Smartphones boomen dennoch

Thomas Cloer
Thomas Cloer ist verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Email:
Connect:
Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat Zahlen zum weltweiten Handy-Markt im dritten Quartal vorgelegt.

Demnach wurden von Juli bis September 2012 knapp 428 Millionen Mobiltelefone verkauft, ein Rückgang von 3,1 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Smartphones an den insgesamt verkauften Geräten beläuft sich mittlerweile auf 39,6 Prozent; das Smartphone-Segment des Markts wuchs gegenüber dem dritten Quartal 2011 um 46,9 Prozent.

Trotz des rückläufigen Marktes zieht Gartner für das Q3 eine positive Bilanz. "Nach zwei Quartalen in Folge mit rückläufigen Verkaufszahlen hat sich die Nachfrage sowohl in den gesättigten als auch den Schwellenmärkten verbessert, sequentiell sind die Verkäufe wieder gewachsen", erläutert Anshul Gupta, Principal Research Analyst bei Gartner. "In China haben Smartphones den Absatz getrieben, wohingegen die Nachfrage nach Feature Phones schwach blieb. In den gesättigten Märkten haben die Starts neuer Geräte endlich die Austauschverkäufe wieder angeschoben."

Das Smartphone-Segment, das im dritten Quartal auf 169,2 Millionen verkaufte Geräte wuchs, dominierten Apple und Samsung. "Beide Hersteller zusammen kontrollierten 46,5 Prozent des Smartphone-Markts, eine Handvoll anderer Anbieter kämpften um einen abgeschlagenen dritten Platz", so Analyst Gupta weiter.

Nokia, bei Smartphones inzwischen enger Partner von Microsoft und dessen Plattform Windows Phone, rutschte im Smartphone-Segment vom dritten Platz aus dem zweiten Quartal auf Rang sieben ab. Das dürfte primär dem anstehenden Modellwechsel geschuldet sein. Die neuen "Lumia"-Smartphones mit Windows Phone 8 werden erst seit November verkauft. Nokia werde daher seien Position nicht vor 2013 merklich verbessern können, schreibt Gartner.

Der Blackberry-Hersteller RIM schob sich auf Platz drei, nicht weit dahinter liegt HTC aus Taiwan. "Sowohl HTC als auch RIM haben in den letzten Quartalen rückläufigen Absatz verzeichnet, und mit ihren Problemen werden sie ihre Plätze in den kommenden Quartalen womöglich nicht halten können", warnt Anshul Gupta.

Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft erwartet Gartner übrigens einen geringeren Aufschwung für den Markt als üblich: Die Verbraucher hielten sich entweder aus Vorsicht mit dem Geldausgeben zurück oder fänden andere Gadgets wie Tablets als Geschenke attraktiver.

Newsletter 'Mobile & Apps' bestellen!