Handy im Test: Sony Ericsson S500i

16.10.2007
Von Hermann Apfelböck
Sony Ericssons S-Reihe ist wieder da. Was einmal als Foto-Serie begann, mündet beim neuen S500i in einen Lifestyle-Slider, der mit bestechender Optik und effektvollem Lichterspiel die designverliebte Kundschaft anlockt.

Lieferumfang / Verarbeitung

In puncto Design konnte Sony Ericsson in der Vergangenheit oft Akzente setzten – kein Wunder also, dass der neueste Slider aus der schwedisch-japanischen Handy-Schmiede mit seinem erklärten Style-Schwerpunkt hohe Erwartungen weckt. Mit 14 Millimeter Tiefe reiht sich das S500i zwar nicht in die Riege der ultraschlanken Mobiltelefone ein, doch die sanft abgerundeten Gehäuse kanten und das kompakte Design lassen das Handy problemlos in jeder Hosentasche verschwinden. Echte Fashion-Victims werden ihr nagelneues S500i wohl eher an einem Lanyard um den Hals tragen oder als Blickfang auf dem nächstbesten Tisch platzieren. Im Lieferumfang des S500i findet man nichts Außergewöhnliches: Die netten Beigaben schenkt Sony Ericsson erst der Walkman-Variante des S500i, dem W580i.

Warum Sony Ericsson das Design als „Inspiriert von der Natur" verkauft, wird erst beim Aufschieben deutlich, wenn sich der Blick auf das Metallic-Grün des Tastenfeldes und die naturnahe Optik der aufgeschobenen Slider-Rückseite senkt. Ansonsten überwiegt rabenschwarzer Klavierlack-Glanz, der erkennen lässt, dass man sich nicht vollständig vom aktuellen Glanzdesign à la Shine, Cocolate und Co. lösen kann (oder will). Das vermittelt einen eleganten Gesamteindruck, ist aber mit den üblichen Nachteilen behaftet: Die Spurensicherung ist bei der Überführung eines S500i-Nutzers nicht vonnöten, da dessen Oberfläche bereits nach kürzester Zeit von verräterischen Fingerabdrücken übersät ist. Da hilft nur putzen, putzen, putzen.

Keinen Blumentopf gewinnt der Hersteller in der Disziplin Verarbeitung: Die Slider-Konstruktion weist außerordentlich unregelmäßige Abstände zwischen Ober- und Unterseite auf. Doch es kommt noch schlimmer. Wer schon immer einmal ein Handy von innen sehen wollte, dem sei ein prüfender Seitenblick aufs offene S500i angeraten: Weiter konnte man einem Handy noch nie unter die Haube schauen – Sand, Staub und Fussel freuen sich gleichermaßen über eine neue Heimat. Verlorenen Boden wieder gutmachen kann das Display, das mit 240 x 320 Pixeln und 262.144 Farben zwar nur dem aktuellen Standard entspricht, dafür aber eine hohe Leuchtkraft, brillante Farben und scharfe Kontraste aufweist. Wieder mit an Bord ist die von Sony Ericsson gewohnte Standby-Uhr, die neuerdings aber erst umständlich über die Lautstärketasten aktiviert werden muss.

Obwohl das Slider-Konzept genügend Platz für eine ordentliche Tastatur bietet, setzt Sony Ericsson auf eine fummelige Minitastatur. Die Tasten sehen zwar politisch korrekt aus und fühlen sich ansprechend an, Grobmotoriker sollten sich aber von den kleinen rechteckigen Tasten fernhalten. Bewährten Sony-Ericsson-Standard bietet dagegen die Slider-Oberseite, die mit schmalen Metallstreifen (Softkeys) und kleinen Quadraten (Navigationstasten) zum Spielen einlädt. Eine wohlüberlegte Anordnung und gut austarierte Druckpunkte sorgen für die schnelle und intuitive Bedienung des Handys.

Schade, dass der Hersteller seitliche Tasten für Kamera oder MP3-Player ausspart. Fraglos das Highlight des S500i: Im Dunkeln leuchtet das Handy nicht nur heller als die meisten Konkurrenten, sondern schaltet auch seine Discolichter an – sie pulsieren farbenfroh beim Aufschieben oder lassen schon von Weitem erkennen, wer gerade anruft. Über 22 Farbthemen machen das S500i fraglos zum Blickfang. Schade nur, dass die Leuchteffekte nicht mit der laufenden Musik oder erweiterten Telefon- bzw. Nachrichtenfunktionen korrespondieren.