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Handelsblatt: EU plant Strafzölle gegen Hynix

21.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Als Reaktion auf eine Klage von Infineon plant die EU-Kommission offenbar Sanktionen gegen den südkoreanischen Chiphersteller Hynix wegen unrechtmäßiger staatlicher Subventionen. Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge will die EU-Behörde vorrausichtlich bereits im März die Erhebung von Strafzöllen gegen den weltweit drittgrößten Speicherchip-Produzenten beschließen. Infineon beschuldigt Südkorea bereits seit vergangenen Jahr, den Konkurrenten mit Hilfe von milliardenschweren staatlichen Subventionen mehrfach vor dem Konkurs bewahrt zu haben. Durch steuerliche Vergünstigungen, Kreditprogramme und -verlängerungen, so der Vorwurf der Münchner, sei Hynix in der Lage, DRAMs weit unter Herstellungspreis anzubieten. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung erwarten Branchenkenner, dass die EU-Kommission nun auf alle

Hynix-Chips einen Ausgleichszoll in Höhe von bis zu 30 Prozent erhebt. Gegen den Branchenprimus Samsung seien dagegen keine Strafmaßnahmen geplant, hieß es. Grund sei, dass der südkoreanische Chipkonzern bei weitem nicht so hohe staatliche Überlebenshilfen wie Hynix erhalten habe. (mb)