SAP Business Intelligence in der Logistik

HANA öffnet neue Horizonte

20.11.2014
Die Logistik kann ihre wachsenden Aufgaben mit klassischen Business-Intelligence-Lösungen nicht mehr bewältigen. Neue Analyse-Ansätze lassen sich auf Basis des erweiterten SAP-Produktportfolios umsetzen, zum Beispiel mit HANA und Visual Business Intelligence.
Visualisierung von Daten in der Logistik mit SAP BusinessObjects.
Visualisierung von Daten in der Logistik mit SAP BusinessObjects.
Foto: Camelot ITLab

Steigende Kundenerwartungen, Qualitätsanforderungen und gesetzliche Vorgaben erhöhen den Druck auf die Logistiker, die Leistungen ihrer Prozesse zu verbessern und zugleich die Kosten zu reduzieren. Dies setzt eine prozessübergreifende Analyse aller Logistikdaten voraus, die in der Regel jedoch sehr komplex, von geringer Qualität und über unterschiedliche Systeme verteilt sind. Mit neuen und angepassten Produkten auf Basis von HANA bietet SAP die Möglichkeit, auch in der Logistik moderne Analyse-Anforderungen umzusetzen - von Big Data über Echtzeit-Auswertungen und ansprechende Visualisierungen bis hin zur Einbeziehung mobiler Endgeräte.

Die folgenden sechs Praxisbeispiele stellen neue Analyse-Ansätze mit SAP BI in der Logistik vor.

Supply Chain Performance Analysis in SAP Business Intelligence

von Michel Siekendiek*

*Michel Siekendiek ist Consultant, PC Business Analytics, bei Camelot ITLab.
*Michel Siekendiek ist Consultant, PC Business Analytics, bei Camelot ITLab.
Foto: Camelot ITLab

Im Supply Chain Management besteht für viele Unternehmen die Herausforderung, die Abläufe laufend zu kontrollieren und zu verbessern. Für die Darstellung der Leistungsfähigkeit von Prozessen entlang der Wertschöpfungskette empfehlen sich Dashboards.

Weiterbilden für die Digitalisierung! - Foto: agsandrew/shutterstock.com

Weiterbilden für die Digitalisierung!

Diese veranschaulichen durch Diagramme und Visualisierungen ausgewählte Key Performance Indicators (KPIs) auf einer Bildschirmseite oder mobilen Geräten. Anwender können auf einen Blick aktuelle Trends erfassen und die Supply Chain Performance definierten Zielen gegenüberstellen. Interaktive Analysen erlauben es, Entwicklungen und Zielabweichungen festzustellen, Gründe für deren Auftreten zu ermitteln und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Sinnvoll sind wenige, aber aussagekräftige KPIs

Die sorgfältige Auswahl aussagekräftiger KPIs ist bei der Konzeption von Dashboards besonders wichtig. Einerseits werden weitreichende Informationen benötigt, um die Steuerung und Entscheidungsfindung zu unterstützen, andererseits ist eine Fokussierung auf möglichst wenige Kennzahlen sinnvoll, um die Anwender nicht mit Informationen zu überhäufen. Voraussetzung für die praktische Umsetzung von Dashboards ist es, die Berechnung der KPIs sowie die Verantwortlichkeiten und Anforderungen an die Reporting-Prozesse festzulegen.

Vor dem Hintergrund eines Projekts mit einem Biotechnologie-Unternehmen entwickelte das IT-Beratungshaus Camelot ITLab das Supply Chain Performance Analysis Dashboard. Zur Überwachung der relevanten Geschäftsprozesse wurden drei Bereiche identifiziert:

1. Service-Level-Erreichung

2. Bestandsentwicklung

3. Planungsqualität

Dabei beinhalten die "Service Level" KPIs, die die Qualität der Auftragsfüllung messen (Betrachtung von On-time/in-full, Lead-time, Backorders).

"Bestandsentwicklung" bewertet die Produktverfügbarkeit und Lagerhaltung (zum Beispiel Days Inventory Held; DHI).

"Planungsqualität" umfasst die Qualität der Planung künftiger Nachfrage (Forecast accuracy/bias) sowie die Genauigkeit der Ressourcenplanung (Planned resource utilization, Adherence to plan).

Zentrales Data Warehouse gegen den Wildwuchs

Oft liegt eine Schwierigkeit für die Implementierung eines SCM-Dashboards in heterogenen Systemlandschaften, das heißt die relevanten Daten befinden sich in getrennten Anwendungen. Um auch systemübergreifend Kennzahlen bereitstellen zu können, ist ein zentrales Data Warehouse erforderlich.

Technisch basiert die Dashboard-Lösung daher auf einem SAP Business Warehouse, an das operative Systeme wie SAP ERP oder SAP SCM angebunden sind. Zur Darstellung und Analyse der Daten werden SAP BusinessObjects-Tools genutzt. Das in SAP BusinessObjects Design Studio entwickelte Dashboard bildet den Einstieg in die Analyse. Es dient der Visualisierung von Kennzahlen für eine High-Level-Sicht und bildet den Ausgangspunkt für einen Drill-Down in weitere Detailanalysen in der Excel-basierten Anwendung SAP BusinessObjets Analysis for Office.

Die Lösung liefert damit Informationen auf globaler Ebene, etwa für SCM- Manager, ermöglicht aber auch Absprünge auf Detailebene, zum Beispiel für Planer, um kritische Abweichungen zu Performancezielen sofort aus dem Dashboard heraus analysieren zu können. Die interaktiven Analysefunktionen erlauben es dem Anwender, direkt notwendige Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Das Supply Chain Performance Analysis Cockpit ist flexibel - sowohl was die Kennzahlen als auch die Anbindung an operative Systeme betrifft. Ebenso lassen sich kundenindividuelle Anforderungen an die Visualisierung berücksichtigen.