Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG

Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG: Von Containern und Ozeanriesen

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Wenn Hunderte Container und ganze LKW-Ladungen im Bauch eines Seeschiffes verschwinden, kann der Außenstehende allenfalls ahnen, welche logistische Leistung dahinter steht. Nur mit genauen Kenntnissen der Abläufe und maßgeschneiderten Informationssystemen ist dieser gewaltige Güterumschlag möglich.

Das Tor zur Welt, wie die Hamburger ihren Hafen nennen, liegt mit einer Seegüter-Verladung von jährlich mehr als 81 Millionen Tonnen hinter Rotterdam auf Platz zwei der europäischen Seehäfen. Der größte Kai-Umschlagbetrieb der Elbmetropole, die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (HHL), erwirtschaftet mit mehr als 1500 Mitarbeitern über die Hälfte des Handelsvolumens des Hafens.

Quelle: Elbe & Flut
Quelle: Elbe & Flut

Für die logistische Planung und Steuerung setzt die HHL weit gehend auf selbst entwickelte IT-Systeme, denn Standard-Applikationen sind wegen der besonderen Anforderungen des Umschlaggeschäfts und den unterschiedlichen Gegebenheiten von Hafenanlagen kaum verfügbar.

Derzeit beschäftigt das Unternehmen mehr als 80 Mitarbeiter im Bereich Datenverarbeitung. "Für Informatiker gibt es hier eine Vielzahl spannender Aufgaben informationstechnischer Herausforderungen”, erklärt Franz Wölfer, Diplommathematiker und Projekt-Manager im Bereich Container Informationssysteme. Für ihn sind logistische Probleme nicht nur mathematisch reizvoll, sondern besitzen auch eine große Praxisnähe. "Es ist schon eindrucksvoll, wenn eine 72 Meter hohe Containerbrücke in Betrieb genommen wird und die neu entwickelte Software den Koloss von mehr als 1000 Tonnen Stahl in Bewegung setzt."

Auch in puncto der Ausfallsicherheit sind die Anforderungen an Hard- und Software groß. "Wenn unser Abfertigungssystem ausfällt, gibt es sofort einen kilometerlangen LKW-Stau auf der A7", verdeutlicht Wölfer die Auswirkungen seiner IT-Systeme. Bei Abfertigungszeiten von durchschnittlich 30 Minuten steuern mehr als 2500 Brummis täglich den Burchardkai an, der auf fast drei Kilometern Kaimauerlänge Liegeplätze für zehn Schiffe bietet. Am größten Container-Terminal der HHL verfrachten hochbeinige Transportfahrzeuge, die Van Carriers, jährlich über zwei Millionen Container auf 4500 Ozeandampfer.

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