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Tracking-Pixel

Hamburger Datenschützer nehmen nach Panne Website vom Netz

14.01.2011
Nach einer Panne im Umgang mit den Nutzerinformationen hat die Datenschutzbehörde in Hamburg am Donnerstag ihre eigene Website vom Netz genommen.

Dort war ein externer Statistik-Dienst im Einsatz, der Daten der Besucher nicht gesetzeskonform verarbeitete. Das hatte die Behörde am Montag erfahren.

Konsequent: Die mit Zählpixeln bestückte Seite hamburg-datenschutz.de ist vom Netz.
Konsequent: Die mit Zählpixeln bestückte Seite hamburg-datenschutz.de ist vom Netz.

Die Datenschützer haben mit www.datenschutz-hamburg.de eine eigene Adresse, der Internet-Auftritt leitete aber an die Seite Hamburg.de weiter. Über deren technische Infrastruktur entscheide nicht seine Behörde, sondern die Betreiber der Website, erklärte Caspar. Es sei nicht gelungen, mit den Betreibern eine "zeitnahe Umsetzung unserer Rechtsauffassung zu erreichen", daher habe man den Internet-Auftritt vorerst eingestellt. Derzeit wird auf die Website www.datenschutz.de umgeleitet.

Die Datenverarbeitung erfolgte über den Dienst INFOnline, der die Informationen in aggregierter und anonymisierter Form an die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) weitergab. Das Verfahren steht unter anderem in der Kritik, weil die IP-Adressen der Nutzer nicht anonymisiert werden. Das verlangt jedoch der Düsseldorfer Kreis, ein informeller Zusammenschluss der Datenschutzbeauftragten der Bundesländer. Die IP-Adresse ist eine Zahlenfolge, die jeden Computer im Internet eindeutig identifiziert.

Die IVW ist eine wichtige Adresse in der Medienlandschaft. Als Gemeinschaftsorganisation der Branche erhebt sie die Reichweite von Zeitungen, Magazinen und Online-Portalen und liefert Medienhäusern wichtige Daten für das Werbegeschäft.

Die Datenschutzbehörde hatte den Fall nach eigenen Angaben seit März 2010 geprüft und am Montag die Bestätigung erhalten, dass die Datenverarbeitung nicht gesetzeskonform verlaufe.

Der Fall zeige, "dass aufgrund unterschiedlicher Interessenlagen und ökonomischer Zwänge ein Verzicht auf unzulässige Trackingsoftware nur sehr schwer durchzusetzen ist", erklärte Caspar. Dies gelte für Google Analytics wie auch für die Software des Herstellers INFOnline.

Die Hamburger Behörde ist in Deutschland für Google zuständig. Sie hatte jüngst die Verhandlungen mit dem Unternehmen über den Statistik-Dienst Analytics abgebrochen. Einer der Vorwürfe ist, dass Google nicht alle IP-Adressen anonymisiert. (dpa/tc)