Halbleitermarkt 2007 mit trüben Aussichten

23.08.2007
Von pte pte
Der weltweite Halbleitermarkt wird im laufenden Geschäftsjahr nur mehr ein geringes Wachstum erzielen, während für 2008 mit einem kräftigeren Ansteigen der Verkaufszahlen gerechnet wird.

Laut der gestern veröffentlichten Zahlen der Marktforscher von IDC wird für 2007 mit einem Wachstum von nur 4,8 Prozent gerechnet - gegenüber dem Vorjahrswert von 8,8 Prozent ein merklicher Rückgang. Das Beratungsunternehmen prognostiziert für 2008 eine gesündere Marktentwicklung von 8,1 Prozent. "Diese Prognosen fallen noch optimistisch aus. Unseren Schätzungen zufolge beträgt das Wachstum für 2007 null Prozent und das für 2008 liegt nur relativ schwach bei rund fünf Prozent", sagt der UniCredit-Analyst Günther Hollfelder im Gespräch mit pressetext. Laut IDC könnte 2008 eine positivere Marktentwicklung durch gemäßigte Produktionskapazitäten verbunden mit einer erhöhten Nachfragestruktur eintreten. Anderenorts sei der Trend hingegen stärker von Mergers & Acquisitions betroffen, die letztlich dazu führen würden, dass sich die Wettbewerbsstruktur umgestaltet und traditionelle Auflieferer zurück an die Spitze kämen.

"Das Überangebot und die geringe Nachfrage im globalen Halbleitermarkt während des ersten Halbjahres 2007 schmälerten die Gewinnaussichten der führenden Hersteller. Aus diesem Grund werden die Restlagerbestände noch bis zum Jahresende weiter Druck auf die Gewinnmargen der Unternehmen ausüben", so Gopal Chauhan, Program Manager von IDC. Auf Nachfrage von pressetext führt Hollfelder die schlechten Prognosen für 2007 auf den großen Preisdruck bei einigen Produkten zurück. "Vor allem DRAM-Speicherchips performen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich schlechter, während sich NAND-Speichermodule in den letzten sechs bis acht Wochen wieder erholt haben und einen Preisanstieg verzeichnen", betont der UniCredit-Analyst.

Während die Verkaufszahlen im Mobiltelefon- und PC-Segment derzeit konstant bleiben, rechnen Brancheninsider für das vierte Quartal 2007 indes mit einem saisonalbedingten Marktwachstum pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. "Wachstumstreiber werden hierbei vorrangig Produkte der Unterhaltungselektronik wie iPods oder Spielekonsolen sein", prognostiziert Hollfelder gegenüber pressetext. Für den Mikroprozessor-Markt hingegen erwartet IDC für 2007 nur ein flaches Wachstum. Weltweite Top-Prozessorhersteller bleiben laut IDC nach wie vor Intel, gefolgt von Samsung und Texas Instruments. (pte)