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Halbleiter-Hersteller X-Fab an ZMD Dresden interessiert

22.02.2007
Der Erfurter Halbleiter-Hersteller X-Fab AG ist an der Dresdner Elektronik-Firma ZMD interessiert.

"Es gibt Verhandlungen. Wir checken alle Möglichkeiten", sagte der Vorstandsvorsitzende von X-Fab, Hans-Jürgen Straub, am Mittwoch der dpa. Dem Erfurter Unternehmen mit weltweit mehr als 2000 Beschäftigten gehe es um die Erweiterung seiner Fertigungskapazitäten. ZMD mit 550 Beschäftigten stellt ebenso wie X-Fab analog-digitale Schaltkreise her, die unter anderem an Kunden in der Automobilindustrie geliefert werden. X-Fab hatte im vergangenen Jahr mit der malaysischen 1st Silicon fusioniert.

Nach Angaben von Straub wurde beim Bundeskartellamt vorsorglich ein Übernahmeantrag in Sachen ZMD gestellt. Dabei gehe es zunächst nur darum, die wettbewerbsrechtliche Situation zu prüfen. Sollten die Verhandlungen erfolgreich sein, sei aus seiner Sicht eine Vereinbarung bereits in den nächsten Monaten möglich.

X-Fab gehört nach der Fusion mit 1st Silicon zu den großen unabhängigen Halbleiterherstellern weltweit mit einer Produktionskapazität von rund 700.000 Siliziumscheiben (Wafer) pro Jahr. Die Mikrochips werden im Auftrag von Kunden produziert, die nicht über die dafür notwendigen Fertigungskapazitäten verfügen.

Die ZMD AG (Zentrum Mikroelektronik Dresden) hat neben der Fertigung einen eigenen Bereich Schaltkreisentwurf. Fachleute gehen davon aus, das X-FAB daran wahrscheinlich kein Interesse hat. In der Fertigung bei ZMD sollen nach Schätzungen etwa die Hälfte der Mitarbeiter beschäftigt sein. Gesellschafter der ZMD AG sind eine Beteiligungsgesellschaft und das Land Sachsen mit etwa zehn Prozent.

X-Fab hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder nach Möglichkeiten zur Kapazitätserweiterung in Deutschland umgesehen. Verhandlungen über das Infineon-Werk in München-Perlach waren 2005 gescheitert, weil X-Fab zu dem Ergebnis kam, dass es sich langfristig nicht wirtschaftlich führen lasse. Hauptgesellschafter der X-Fab-Gruppe ist die belgische Beteiligungsgesellschaft XTRION. (dpa/tc)