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Haitec will Neuen Markt verlassen

05.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktie der Haitec AG wird zum 1.September 2002 nicht mehr am Neuen Markt gehandelt. Der Münchner IT-Dienstleister begründete den Wechsel an den Geregelten Markt mit den hohen Kosten von jährlich rund 300.000 Euro für die Notierung und dem geringen Handelsumsatz. Außerdem erklärte Haitec, dass das schlechte Image des einstigen Wachstumssegments den Kurs der Haitec-Aktie negativ beeinflusse und der Reputation des Unternehmens schade. Mit einem Wechsel des Börsensegments hofft das IT-Systemhaus, wieder stärker nach den tatsächlich erzielten Ergebnissen bewertet zu werden und neue Investoren zu gewinnen.

Außerdem gab das Unternehmen bekannt, dass Finanzchef und Firmengründer Christian Ruppert bis auf weiteres als Alleinvorstand für Haitec verantwortlich sein wird. In diesem Zusammenhang trennen sich die Münchner von dem erst seit Anfang Juli amtierenden Vertriebs- und Marketingvorstand Wolfgang Gemmel. An dessen Stelle soll nun Reinhard Pfleger die Leitung und strategische Ausrichtung des operativen Geschäfts verantworten. Auch der Vorstand für den Bereich Dienstleistungen, Herbert Walter, gibt seine Position auf, bleibt aber Geschäftsführer der Haitec Services GmbH.

Von der Konzentration auf einen Vorstand verspricht sich Haitec eine zielgerichtete Steuerung der künftigen Aufgaben sowie ein intensiveres Kosten-Management. Außerdem passe sich die Vorstandebene mit diesem Schritt der gesunkenen Unternehmensgröße an: Die Münchner hatten sich im Rahmen einer Restrukturierung von ihrer Hardwaretochter getrennt und konzentrieren sich nun auf IT-Dienstleistungen. Mit diesem Schritt gelang es dem Unternehmen, den Nettoverlust im ersten Halbjahr 2002 gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent auf 2,78 Millionen Euro senken. Gleichzeitig verbuchte das Haitec aber auch einen drastischen Umsatzeinbruch von 50,5 Millionen auf 27,7 Millionen Euro. (mb)