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Hacker Mitnick bekommt Schützenhilfe

26.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Verleger Steven Brill will den berüchtigten Hacker Kevin Mitnick bei seinem Antrag unterstützen, die ihm auferlegte Bewährungsstrafe zu lockern. Brill hat den New Yorker Anwalt Floyd Abrams engagiert, der bewirken soll, dass Mitnick sich wieder zum Thema Computer und Internet öffentlich äußern darf. Ein US-Bezirksgericht hatte dem Ex-Hacker erst im vergangenen Monat verboten, Vorträge dieser Art zu halten. Dieses Urteil halten Mitnick und Brill jedoch für zu streng. Der Verleger vor allem deswegen, weil er den Technikfreak am liebsten als Kolumnisten für seine Website Contentville einstellen würde.

Mitnick war im Januar 2000 nach fast fünfjähriger Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden. Er erklärte sich in seiner Bewährungsverhandlung bereit, innerhalb der nächsten drei Jahre weder Computer, Handys, Fernseher oder andere Internet-fähige Geräte zu benutzen. Richterin Mariana Pfaelzer wollte mit diesem Urteil unter anderem bezwecken, dass Mitnick für die kommenden Jahre nur Niedriglohnjobs erhalten würde. Kaum befand sich der Ex-Hacker, der in die Systeme von Motorola, Novell, Nokia oder Sun eingebrochen war, jedoch auf freiem Fuß, wurde er mehrfach als Referent zum Thema Computersicherheit eingeladen - auch vom US-Kongress. Das ging dem Gericht zu weit und es erteilte ihm öffentliches Redeverbot.