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Hacker "Mafiaboy" zu acht Monaten Haft verurteilt

13.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der 17-jährige kanadische Hacker mit dem Szenenamen "Mafiaboy" ist zu acht Monaten Haft in einer Jugendstrafvollzugsanstalt verurteilt worden. Dem Teenager wurde zur Last gelegt, im Februar vergangenen Jahres zahlreiche Cyber-Angriffe auf namhafte Unternehmen wie Yahoo, Amazon.com, Ebay und CNN gestartet zu haben (Computerwoche online berichtete). Dabei wurden deren Websites durch Denial-of-Service-Attacken (DoS) für mehrere Stunden außer Betrieb gesetzt. Insgesamt musste sich der Hacker in 58 Fällen verantworten. Den entstandenen Schaden bezifferte das Gericht auf rund 1,7 Milliarden Dollar. Richter Gilles Ouellet erklärte in seinem Urteil, dass der Angeklagte ein hohes Maß an Vorbereitung und Vorsatz an den Tag gelegt hat. Er habe in krimineller Absicht gehandelt. Die kanadische Rechtsprechung sieht in solchen Fällen für Jugendliche

eine Höchststrafe von zwei Jahren Haft vor. Ein erwachsener Hacker könnte mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Nachdem Mafiaboy die acht Monate in der Jugendstrafanstalt verbüßt hat, steht er ein Jahr unter Bewährung. Zudem verurteilte der Richter den 17-Jährigen zu einer Geldstrafe von 160 Dollar.