Lockheed Martin

Hacker greifen US-Rüstungskonzern an

30.05.2011
Die Waffe ist unsichtbar aber gefährlich. Immer mehr Cyber-Attacken setzen Wirtschaft und Regierung in den USA zu. Nun nahmen Computer-Hacker einen der mächtigsten Rüstungskonzerne ins Visier: Lockheed Martin.
Ein Test-Kampfjet F-35B von Lockheed Martin bei seiner 100. Senkrechtlandung
Ein Test-Kampfjet F-35B von Lockheed Martin bei seiner 100. Senkrechtlandung
Foto: Lockheed Martin

Computer-Hacker haben einen Angriff auf den US-Rüstungskonzern Lockheed Martin gestartet. Der Konzern, der der größte Vertragspartner des amerikanischen Militärs ist, sprach am Wochenende von einer "schwerwiegenden und hartnäckigen" Attacke auf sein Datennetz. Der Cyber-Angriff vor einer Woche sei aber schnell vom Sicherheitsteam entdeckt worden. Der oder die Hacker hätten keine Daten über Kunden, Programme oder Mitarbeiter erbeutet. Befürchtet wird jedoch, dass das Ausmaß des Schadens weit größer ist.

Nach US-Medienberichten könnte die Cyber-Attacke nämlich in Verbindung mit einem Hacker-Angriff auf die renommierte US-Sicherheitsfirma RSA im März stehen. RSA beliefert zahlreiche Großunternehmen - darunter Lockheed und andere Produzenten militärischer Ausrüstung - mit dem Sicherheitssystem "SecurID". Es ist ein elektronisches Token mit sich ständig ändernden Zahlenkombinationen und soll gewährleisten, dass nur Befugte von außen - etwa auf Dienstreisen - Zugang zum internen Firmen-Computernetzwerk haben.

Nach dem Cyber-Alarm hat Lockheed den Zugang von außen ins Computernetzwerk weitgehend gesperrt. "Ein Team arbeitet rund um die Uhr daran, unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen den Mitarbeitern wieder Zugang zu geben", hieß es. Der Konzern halte entsprechende Regierungseinrichtungen auf dem Laufenden.

Unklar blieb zunächst, wohinter der Eindringling bei Lockheed Martin her war. "Eine Möglichkeit ist, dass jemand für einen Staat agiert", zitierte die "New York Times" den Sicherheitsexperten James Lewis vom Center for Strategic and International Studies in Washington. Die US-Regierung vermutet, dass China, Russland und andere Länder Drahtzieher von vergangenen Hacker-Attacken zur Ausspähung militärischer oder auch industrieller Geheimnisse waren. Es könnten aber auch Kriminelle sein, die versuchten, Kunden des Konzerns zu schaden.

Lockheed Martin stellt unter anderem Kampfflugzeuge, Spionagesatelliten und andere zum Teil hochgeheime sicherheitsrelevante Technologien für die Washingtoner Regierung her. Eine Reihe der von dem Konzern hergestellten Waffensysteme wird derzeit in Auslandskonflikten eingesetzt. (dpa/tc)