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Hacker des Adressbuchs von Paris Hilton muss elf Monate in Jugendhaft

15.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Jugendliche, der das auf den Servern des Mobilfunkanbieters T-Mobile USA gespeicherte Handy-Adressverzeichnis des Gesellschaftssternchens Paris Hilton im Februar 2005 hackte und ins Internet stellte, wurde jetzt von einem Richter in Boston für elf Monate in Jugendarrest geschickt. Eine weitere Strafe von zwei Jahren ist zur Bewährung ausgesetzt. Der jugendliche Straftäter, dessen Name wegen seines Alters nicht genannt wird, darf in dieser gesamten Zeit kein Gerät benutzen, mit dem man ins Internet surfen könnte. Somit ist es ihm untersagt, einen Computer, ein Handy oder irgendein ein anderes Web-fähiges Gerät zu benutzen.

Der Jugendliche gehörte einer lose organisierten Gruppe von acht bis 12 Hackern an, die sich Defonic Team Screen Name Club nannten. Er hatte seit März 2004 über 15 Monate verschiedene zum Teil spektakuläre Hacks vollführt. Unter anderem war er auch in die Rechner des Internet Service Providers America Online eingedrungen und hatte von dort private Daten von AOL-Benutzern abgezogen.

Bei dem so genannten Datenbroker Lexis Nexis, einem Dienstleister, der Adressdatenmaterial zum Kauf anbietet, hatte der Hacker ebenfalls persönliche Informationen von Privatpersonen gestohlen. Das Unternehmen selbst gab an, Daten von bis zu 310.000 US-Amerikanern könnten dabei in die Hände Unbefugter geraten sein.

Der jetzt Verurteilte hat zudem Bombendrohungen gegen Highschools in Florida und Massachusetts lanciert. Insgesamt ist durch diese kriminellen Delikte ein Schaden in Höhe von rund einer Million Dollar entstanden, hieß es in einer Erklärung des US-Distriktgerichts von Boston. (jm)