IT intim - Die Sorgen der CIOs

Habe ich eigentlich die richtigen Mitarbeiter?

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Cloud Computing - Bring your own Device - Welches ist eigentlich derzeit Ihr brennendstes Thema?
Peter Meyerhans, CIO, Drees & Sommer
Peter Meyerhans, CIO, Drees & Sommer
Foto: Joachim Wendler

Mich beschäftigt ein "menschliches" Thema. Ich denke derzeit viel darüber nach, ob ich eigentlich die richtigen Mitarbeiter habe. In meinem Team gibt es derzeit nur wenige Leute mit einem abgeschlossenen Studium. Die meisten kommen aus anderen Berufen, haben also die IT nicht von der Pike auf gelernt.

Selbstverständlich braucht es nicht für jeden IT-Job einen Akademiker. Beispielsweise reichen für den IT-Support, der bei mir Teil des IT-Betriebs ist, gute Fachkenntnisse durchaus. Will sich aber beispielsweise jemand zum Systemadministrator weiterentwickeln, so ist ein Studium schon sehr hilfreich. Da die Komplexität in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, reicht eine "aufgabenorientierte" Sicht nicht mehr aus. Fehlt zum Beispiel das systemübergreifende Verständnis, so ist die Arbeitsweise nicht immer "konzeptionell richtig". Hier sind die Support-Mitarbeiter alter Prägung schnell ge- oder im schlimmsten Fall sogar überfordert.

In den 13 Jahren, die ich bei Drees und Sommer bin, haben wir eine Reihe von IT-Leuten eingestellt. Wir beschäftigen heute 22 Mitarbeiter in der zentralen IT und 28 IT-Verantwortliche an den Standorten "draußen". Gegangen ist so gut wie niemand. Das ist einerseits positiv, denn es heißt, dass sich die Leute mit dem Unternehmen identifizieren und auch mit mir persönlich klarkommen. Andererseits ist es aber auch ungesund. Denn "null Fluktuation" heißt auch "wenig Bewegung", eingefrorene Strukturen, starre Prozesse und wenig Veränderungsbereitschaft.