Umsatz- und Gewinnsprung

Guter Start für SAP-Doppelspitze

28.04.2010
Guter Start für die neue SAP-Doppelspitze: Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott legten bei ihrer ersten Präsentation als Vorstandschefs einen deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung der Walldorfer Softwareschmiede vor.
Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, Co-CEOs der SAP AG
Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, Co-CEOs der SAP AG
Foto: SAP

"Die Kunden wenden sich wieder verstärkt an SAP, um ihre Unternehmen auf eine neue Wachstumsphase vorzubereiten", erklärte McDermott am Mittwoch den Aufschwung. 2009 musste der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware wegen der Investitionszurückhaltung seiner Kunden noch schmerzhafte Umsatz- und Ergebnisrückgänge verbuchen.

Eine konkrete Gewinnprognose für das laufende Jahr legte das neue Management nicht vor. Nach der weltweiten Wirtschaftskrise gebe es noch zu viele Unsicherheiten in den Märkten. Das zeige sich aktuell an der Griechenland-Krise. Sollte sich der Aufwärtstrend stabilisieren, werde SAP möglicherweise nach dem zweiten Quartal seine Ziele konkretisieren, sagte Finanzvorstand Werner Brandt. Die Auftragslage sei aber gut.

Europas größter Softwarehersteller legte im ersten Quartal beim operativen Ergebnis kräftig von 307 Millionen auf 557 Millionen Euro zu. Der Gewinn nach Steuern wurde mit 387 Millionen Euro im Jahresvergleich fast verdoppelt (2009: 196 Millionen). Der Umsatz stieg bei dem DAX-Konzern um fünf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. SAP habe sowohl in den etablierten Märkten als auch den Wachstumsregionen zugelegt, teilte McDermott mit. Auch Deutschland trug zu der positiven Entwicklung bei.

Bill McDermott
Bill McDermott
Foto: SAP AG

Die Softwareerlöse baute das Walldorfer Unternehmen um elf Prozent auf 464 Millionen Euro aus. Das Geschäft mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen legte um zwölf Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu. Dieser Wert gilt bei den Walldorfern Softwarehersteller als Richtwert für die Geschäftsentwicklung. Für 2010 bekräftigte die neue Doppelspitze die Prognose, in diesem Bereich um bis zu acht Prozent zuzulegen.

Die Zahl der Beschäftigten blieb im ersten Quartal mit 47.600 konstant. Im Vorjahr hatte der Softwarekonzern erstmals in der Unternehmensgeschichte Stellen gestrichen und seine Mitarbeiterzahl um 4000 verringert. 2010 sollen es keinen weiteren Jobabbau geben, erklärte Snabe. Im Gegenteil seien sogar wieder Einstellungen möglich.

Die Börse honorierte die Quartalszahlen dagegen nicht. Die SAP-Aktien gehörten mit einem Rückgang um 1,75 Prozent auf 36,20 Euro zeitweise zu den größeren Verlierern im DAX. Die Margen des Softwarekonzerns seien trotz guter Umsatzzahlen etwas enttäuschend ausgefallen, erklärten Händler die Entwicklung.

Jim Hagemann Snabe
Jim Hagemann Snabe
Foto: SAP AG

Der Amerikaner McDermott und der Däne Snabe waren erst vor wenigen Wochen von SAP-Aufsichtsratschef und Mitgründer Hasso Plattner als gleichberechtigte Vorstandschefs eingesetzt worden. Vorgänger Léo Apotheker musste seinen Hut nehmen, weil er das Vertrauen von Kunden und Mitarbeitern verloren hatte. Der umfangreiche Umbau des Managements kostete SAP im ersten Quartal 27 Millionen Euro.

Neu in den SAP-Vorstand rückt durch das Stühlerücken erstmals eine Frau: Die Unilever-Managerin Angelika Dammann übernimmt das Personalressort. Ex-SAP-Chef Henning Kagermann hat ebenfalls eine neue Aufgabe. Der Manager wird nach dpa-Informationen Vorsitzender des nationalen Lenkungsausschusses für Elektromobilität. Kagermann, zur Zeit Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech, ist bereits Berater der Bundesregierung. (dpa/tc)