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Grüner Manager, guter Manager

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Umweltverschmutzer ruinieren sich nicht nur ihren Ruf, sie gehen auch hohe finanzielle Risiken ein.

Dieser Tage erfuhren 1100 Unternehmensvertreter aus 55 Ländern, was das Wörtchen TINA mit Umweltschutz zu tun hat: "There Is No Alternative". Egal, wie Manager persönlich über die Bedrohung durch die Klimaerwärmung und andere Umweltprobleme denken, für den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens spielen Umweltfaktoren eine immer wichtigere Rolle. Wer keine finanziellen Risiken eingehen will, muss sich um den Emissionshandel und Energiesparen kümmern, so der Appell auf dem Kongress "Premier Business Leadership Series", zu dem der Anbieter von Analysesoftware SAS Institute nach London geladen hatte.

Der Klimawandel sei weltweit zu einem zentralen gesellschaftlichen und politischen Thema geworden und verlange daher auch von den Unternehmensführern ein umweltbewusstes Handeln, mahnte James Goodnight, Chief Executive Officer von SAS. "Die Aufmerksamkeit in den Medien ist hoch, Kunden sind wach geworden und der CO2-Ausstoß ist ein Gesprächsthema in den Vorstandsabteilungen". Der Wandel hin zu einer emissionsarmen Ökonomie komme einer industriellen Revolution gleich. Doch Unternehmen hätten bisher nicht genügend Daten gesammelt, um die Kosten sowie die sozialen und wirtschaftlichen Folgen ihres Wirtschaftens anhand entsprechender Kennzahlen bemessen zu können. Dies sei aber nicht zuletzt wegen des Handels mit CO2-Zertifikaten notwendig.

Nur radikale Maßnahmen können noch helfen

Eine drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes käme nicht nur der Umwelt, sondern auch der Industrie zugute. Eine Luftverschmutzung wie hier am Beispiel der chinesischen Millionenstadt Shijiazhuang muss der Vergangenheit angehören
Eine drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes käme nicht nur der Umwelt, sondern auch der Industrie zugute. Eine Luftverschmutzung wie hier am Beispiel der chinesischen Millionenstadt Shijiazhuang muss der Vergangenheit angehören
Foto: Sascha Alexander

Zu den prominenten Rednern in London gehört der Wirtschaftswissenschaftler Lord Stern of Brentford, der im Oktober 2006 mit seinem "Stern Review" die wirtschaftlichen Folgen der Erderwärmung aufgezeigt hatte. "Die Unternehmen zahlen bisher nicht für die Schäden, die sie anderswo anrichten. Das muss sich ändern", forderte Stern. Nur radikale Maßnahmen könnten noch helfen, den CO2-Anstieg langfristig zu bremsen. "Was in den nächsten 20 bis 30 Jahren mit dem Klima passiert, ist allerdings schon nicht mehr zu beeinflussen." Es müsse ein Maßnahmenpaket geschnürt werden, das sich aus Preispolitik, Umwelttechnik, Wiederaufforstung und Emissionshandel zusammensetze. Ziel müsse es sein, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um 50 Prozent zu senken.

Stern machte eindringlich klar, dass der Klimawandel unmittelbare Folgen für Unternehmen habe. So würden die materiellen und künftig vermehrt auch die Kreditrisiken durch Umweltprobleme verschärft. Ebenfalls nicht zu unterschätzen seien die Imageschäden, die ein rücksichtsloser Energieverbrauch und Umweltverschmutzung nach sich zögen. Kunden, Investoren und Fachkräfte würden Unternehmen den Ausführungen Sterns zufolge immer öfter an ihrer Umweltstrategie beurteilen. Dies sei zugleich eine Chance, da gute Taten und Vorbildlichkeit ein Unternehmen öffentlich aufwerten könnten.

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