Mit Ich AG und Überbrückungsgeld

Gründer behaupten sich länger als erwartet

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Die staatliche Förderung für Gründer beginnt sich auszuzahlen: Mehr als jeder Zweite, der sich über eine Ich AG oder mit Überbrückungsgeld selbständig gemacht hat, ist es auch nach fünf Jahren noch.

Mit so hohen Erfolgsquoten hatten die Forscher des Instituts zur Zukunft der Arbeit und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nicht gerechnet. 50 bis 60 Prozent der Ich-AG-Gründer und 53 bis 67 Prozent der mit Überbrückungsgeld Geförderten sind auch fünf Jahre später noch selbständig. Die Forscher befragten 2800 Gründer, die zwischen Juli und September 2003 mit Ich AG beziehungsweise Überbrückungsgeld begonnen haben.

80.000 Arbeitsplätze durch Überbrückungsgeld
Dass die staatlichen Fördermodelle viel erfolgreicher waren als erwartet, zeigt auch eine andere Zahl: So beschäftigen 40 Prozent der Überbrückungsgeld- und 20 Prozent der Ich-AG-Gründer heute mindestens einen Mitarbeiter. Auf ursprünglich 100.000 mit dem Überbrückungsgeld Geförderte entfallen rund 80.000 zusätzlich geschaffene Vollzeitstellen. für die Ich-AG sind es immerhin noch 16.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Insgesamt wurden mehr als eine Million Menschen durch Ich AG oder Überbrückungsgeld beziehungsweise Gründerzuschuss gefördert.

Auch im Vergleich zu Arbeitslosen, die eine neue Stelle suchten, schnitten die geförderten Gründer besser ab: Sie weisen heute eine deutlich höhere Erwerbsquote auf und erzielen zum Teil deutlich höhere Einkommen. Mit einem Nettoeinkommen von 2.680 Euro monatlich erreichten in Westdeutschland lebende Männer hierbei den höchsten Durchschnittswert und lagen damit über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Mittlerweile ist die Ich AG abgeschafft und das ehemalige Überbrückungsgeld durch den Gründungszuschuss ersetzt. Dies sehen die Forscher nach den Studienergebnissen kritisch. Die Ich AG stellt sich im Rückblick betrachtet als erfolgreiches Fördermodell dar, das eine ganz andere Zielgruppe angesprochen habe als das Überbrückungsgeld beziehungsweise der Gründungszuschuss. Die vollständige Studie kann man sich hier herunterladen.