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Groxis bringt Farbe und Formen in die Web-Suche

10.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das in San Francisco beheimatete Unternehmen Groxis hat mit "Grokker" eine Java-basierende Suchsoftware ins Internet gestellt, die Surfern eine alternative Benutzerschnittstelle für die Web-Suche bietet. Das Tool arbeitet mit einer grafischen Oberfläche, die Themen in Kreisen anordnet. Über die so dargestellten Suchkategorien gelingt es dem Anwender, seine Recherche auf bestimmte Themengebiete zu konzentrieren. Bei Eingabe des Suchstrings "Friedrich Schiller" zeigt Grokker Kreise mit Themen wie "German Dramatists", "Schiller was born", "Johann Wolfgang von Goethe" (bekanntlich waren Goethe und Schiller befreundet) sowie "Friedrich-Schiller-Universität Jena".

Durch Anklicken eines Kreises vergrößert sich dieser und präsentiert weitere Kreise oder Quadrate; Letztere stellen einzelne Web-Seiten dar. Führt der Benutzer die Maus über ein Rechteck, erscheint ein Fenster mit Angaben zu der Site, darunter eine Kurzbeschreibung, Erstellungsdatum, URL sowie "Rank" (Relevanz).

Groxis arbeitet mit der Suchmaschine von Yahoo zusammen. So werden in einem Fenster am rechten Rand "Sponsored Results" von Yahoo-Werbepartnern eingeblendet.

Hinter Grokker steht die Idee, Anwendern mehr zu bieten als eine Ergebnisliste, wie sie Google und Co. liefern. Bisher hatte das Unternehmen eine kostenpflichtige Desktop-Software vermarktet, sich nun aber dazu entschlossen, zusätzlich mit Online-Werbung Geld zu verdienen. "MyGrokker", so der Name der Kaufsoftware für Windows und Mac OS X, offeriere mehr Features als die Web-Version. Zudem wirbt das Unternehmen damit, auch Unternehmen mit Suchtechnik ausstatten zu können ("Enterprise Grokker"), die so in Informationen auf internen Servern sowie im Web stöbern können. So nutzt Sun Microsystems Grokker als Grundlage für ein System ("Sunlibrary Grokker"), das Forschern den Zugriff auf externe und interne Quellen ermöglicht.

Auch andere Suchdienste warten mit alternativen Interfaces für die Web-Recherche auf, verzichten dabei jedoch auf aufwändige Frontends, sondern bedienen sich reiner HTML-Seiten. Dazu zählt etwa "Clusty" von Vivisimo, mit der ebenfalls eine Verfeinerung der Suche möglich ist. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der zu Ask Jeeves gehörende Dienst "Teoma". (fn)