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Aktie bricht um ein Viertel ein

Groupon fürchtet Stagnation

28.02.2013
Die trüben Aussichten auf ein erlahmendes Geschäft haben die Aktie des Schnäppchen-Portals Groupon einbrechen lassen.
Groupon-Gründer und -CEO Andrew Mason
Groupon-Gründer und -CEO Andrew Mason
Foto: Groupon

Am Mittwoch verlor das Papier nachbörslich etwa ein Viertel seines Wertes, nachdem Groupon mitgeteilt hatte, im laufenden Quartal beim Umsatz im schlimmsten Fall auf der Stelle zu treten. In der Vergangenheit war Groupon rasant gewachsen. Allerdings waren die Sprünge unlängst bereits kleiner geworden. Im Schlussquartal betrug das Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch 30 Prozent auf 638 Millionen Dollar (umgerechnet 487 Millionen Euro). Gleichzeitig erhöhte sich der Verlust wegen gestiegener Kosten um 24 Prozent auf unterm Strich 81 Millionen Dollar.

Gewerbetreibende können bei Groupon Rabattcoupons anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Das Unternehmen erhält dann einen Teil der Einnahmen.

Für das erste Quartal 2013 sagt das Management um Gründer Andrew Mason nun einen Umsatz von 560 bis 610 Millionen Dollar voraus. Das wäre gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von null bis neun Prozent. Erschwerend hinzu kommt, dass Groupon ein fallendes operatives Ergebnis erwartet. Die Prognose kann als relativ sicher gelten, schließlich ist das Quartal großteils schon um.

Schon länger zweifeln Anleger daran, dass das Geschäftsmodell von Groupon überhaupt auf Dauer funktionieren kann. Einige Konkurrenten haben bereits die Segel gestrichen. Amazon schrieb fast seine gesamte Investition in den Groupon-Rivalen LivingSocial ab. Groupon-COO Kal Raman deutete gestern Abend im Earnings Call dann auch bevorstehenden Personalabbau bei den Ablegern außerhalb des US-Heimatmarkts an. Groupon hat rund 10.000 Mitarbeiter, davon 7000 außerhalb der Vereinigten Staaten.

Die Groupon-Aktie kostete nachbörslich 4,43 Dollar. Beim Börsengang Ende 2011 hatte das Papier noch 20 Dollar gekostet. Groupon galt als Börsenstar und Wegbereiter aufs Parkett für andere Internetfirmen wie Facebook. (dpa/tc)