Großrechner geben sich flexibel

10.01.2007
Von Agnes Strieder 
Mainframe-Anwendungen entkoppeln sich zunehmend von der darunterliegenden Hardware.

Steigende Datenmengen und die Anforderung nach permanenter Verfügbarkeit sind gute Gründe, auf die speziellen Tugenden von Mainframes wie absolute Zuverlässigkeit, hohe Transaktionsleistung sowie Auslastungsraten von über 80 Prozent zu setzen. Deshalb sorgen Hersteller wie Fujitsu-Siemens Computers (FSC) dafür, dass Mainframe-Hardware sowie Betriebs- und Subsysteme ständig weiterentwickelt werden und sich die Großrechner auch in eine heterogene IT-Landschaft nahtlos einbinden lassen.

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So hat FSC erst kürzlich zwei neue Business-Server vom Typ "BS2000/OSD" vorgestellt, die gegenüber den Vorgängermodellen eine Performance-Steigerung von 50 Prozent und eine Verdoppelung des Hauptspeichers bieten. Alle BS2000/OSD Business Server unterstützen auch im Bereich Storage neueste Techniken. Dies gilt ebenso für den Zugang zu Hochleistungs- und Kommunikationsnetzen. Auch hier bilden Kooperationen mit den Weltmarktführern in den einzelnen Bereichen die Basis für die weitere Wettbewerbsfähigkeit des Mainframe-Produktportfolios. Konzepte wie Partitionierung und virtuelle Maschinen erlauben eine effiziente Ressourcennutzung und eine flexible und automatische Anpassung der Kapazität an aktuelle Leistungsanforderungen. Die Zu- und Abschaltung von Ressourcen "on Demand" gehört in dieser Server-Klasse ebenso zum Standard wie eine "Hot-spare-CPU", die automatisch im laufenden Betrieb aktiviert wird, falls ein Prozessorkomplex ausfallen sollte.

Hardwareunabhängigkeit

Fujitsu-Siemens Computers verfolgt mit seinen Mainframes die Strategie, die BS2000/OSD-Software von einer bestimmten Server-Architektur unabhängig zu machen. Damit kann, so argumentiert das Unternehmen, in jeder Leistungsklasse die für das Betriebssystem effizienteste Hardwareplattform eingesetzt werden. Resultat dieser Vorgehensweise ist, dass die BS2000/ OSD-Anwendungen über das gesamte Leistungsspektrum der Server skalierbar sind, ohne dass sie in irgendeiner Weise auf Source- oder Objektebene an die Systemsoftware oder Hardware der jeweiligen Leistungsklasse angepasst werden müssen. Die System- und die Administrationsschnittstelle ist dabei im gesamten Leistungsbereich für alle Betriebsarten - also für Dialog-, Batch- und Transaktionsbetrieb - identisch.

Mit den Objektcode-kompatiblen und skalierbaren Servern der Modellreihen "S" und "SX" löst der Hersteller diesen Anspruch ein. Die Modelle der S-Serie bieten im oberen und obersten Leistungsbereich mit CMOS-Technik in /390-Architektur hohen Durchsatz und hohe Funktionalität. Im unteren bis mittleren BS2000/OSD-Leistungsbereich kommt die SX-Server-Linie zum Einsatz. Diese Server lassen sich mit der virtuellen Maschine "VM2000" und über Hardwarepartitionierung in unabhängige BS2000/OSD- und Solaris-Systeme aufteilen. Damit unterstützen die Systeme den parallelen Ablauf unterschiedlicher Betriebssystem- und Anwendungsinstanzen auf einer Hardware. So lassen sich neue Web-orientierte Applikationen effizient mit den Mainframe-Anwendungen verbinden. Auch bei den Highend-Servern der S-Serie besteht die Möglich- keit, mittels VM2000 mehrere BS2000-Systeme parallel zu betreiben.

Mit dem Produkt "VM2000-Linux" lassen sich auch Linux-Systeme gleichzeitig mit BS2000/ OSD-Anwendungen auf den Servern der S-Linie betreiben. Dabei können simultan bis zu 14 voneinander getrennte Linux-Partitionen oder alternativ insgesamt 15 Partitionen mit BS2000/OSD und Linux in einem beliebigen Verhältnis angelegt werden.

Und die Reise geht noch weiter: Denn Fujitsu-Siemens Computers plant mittelfristig eine dritte Linie von BS2000/OSD-Business-Servern, die auf der Unterstützung einer offenen Industriestandard-Plattform basiert. Diese neue Server-Reihe ermöglicht, BS2000/OSD-, Linux- und Windows-Systeme auf einem Server zu konsolidieren, und bietet daher ganz neue Ansätze für Flexibilität und Effizienz in einem Data Center. Auf Basis der erreichten Unabhängigkeit des Mainframe-Systems von der zugrunde liegenden Server-Hardware stehen dem Anwender dann Konsolidierungsmöglichkeiten zur Verfügung, die weit über die heutigen Szenarien hinausgehen. (kk)